Stehli

Seidenindustriellenfam. von Obfelden. Das Geschlecht wird erstmals 1321 in Rifferswil erwähnt. In Obfelden wurde 1416 Hensli als erster S. genannt. Die Fam. erhielt 1490 das Zürcher Bürgerrecht und übte im 16. und 17. Jh. fast ununterbrochen das Untervogtamt von Maschwanden aus. Rudolf ( -> 1) gründete 1837/38 eine Textilfirma, die zunächst Baumwollstoffe produzierte und ab 1840 auf die Seidenweberei umstellte. Rudolfs Sohn Emil baute das Unternehmen aus und leitete die Expansion ins Ausland ein. Dessen Sohn Robert eröffnete 1897 in Lancaster (Pennsylvania) eine der grössten Seidenspinnereien der Vereinigten Staaten. 1958 erfolgte die Umwandlung in die Aktiengesellschaft Stehli Seiden, die noch zu Beginn des 21. Jh. im Besitz der Fam. war. Die Produktion von Seidenstoffen wurde in der Schweiz 1977 eingestellt und in die bereits 1884 gegr. Fabrik in Germignaga (Lombardei) verlegt. In der Schweiz verblieben Kreation und Vertrieb, 1996 wurden auch diese Aktivitäten eingestellt. Seither verwaltet die Firma die unter Denkmalschutz stehenden Liegenschaften in Obfelden.


Literatur
– R. Stehli-Zweifel, S. & Co., Zürich und New York, 1840-1940, 1940
Gesch. der Gem. Obfelden, 1947
Anz. aus dem Bez. Affoltern, 5.1., 9.1., 16.1. und 19.1.2007

Autorin/Autor: Katja Hürlimann