Gujer [Guyer]

Bauern-, Müller- und Unternehmergeschlecht aus Wermatswil (heute Gem. Uster), das 1322 erstmals urkundlich bezeugt ist. Die G. sind im Zürcher Oberland weit verbreitet, wobei der verwandtschaftl. Zusammenhang unklar bleibt. Sie gehörten der ländl. Oberschicht an. Die Bauernfam. G. in Wermatswil, die auf einen Felix, der in den 1540er Jahren geboren wurde, zurückgeht, wurde durch Jakob ( -> 2) bekannt. Mit Johann Caspar (1821-91), Teilhaber der Baumwollspinnerei Hans Heinrich Zangger in Uster, schaffte ein anderer Zweig der Fam. den Aufstieg in die Unternehmerschicht. Sein Sohn, Nationalrat Julius ( -> 3), führte das Unternehmen bis 1917 als Kommanditgesellschaft Julius Gujer und Cie. fort.

Die G. im Neuthal (Gem. Bäretswil) stammen von einem Felix aus Wermatswil ab, der 1555 Verena Schnider heiratete (vermutlich nicht identisch mit dem oben erwähnten Felix). Im 17. Jh. besass die Fam. die Mühlen in Medikon und Niederuster, um 1740 erwarb sie die Mühle in Oberkempten (Gem. Wetzikon) und 1802 jene von Bauma. Von den Brüdern Heinrich ( -> 1) und Johann Rudolf Guyer führte Heinrich die Mühle in Bauma weiter, während Johann Rudolf 1825-27 eine mechan. Baumwollspinnerei im Neuthal zwischen Bäretswil und Bauma aufbaute. Bekanntester Vertreter dieser Linie war Johann Rudolfs Sohn Adolf Guyer. Er vergrösserte den väterl. Betrieb, indem er 1866 auf eine Sulzer-Dampfmaschine umrüstete, betrieb in Zürich Handelsgeschäfte und trat als Förderer der Eisenbahn auf.


Literatur
Dt.-Schweiz. Geschlechterbuch 1, hg. von B. Körner, 1923
– D. Müller-Füglistaler, Adolf Guyer-Zeller (1839-1899), 1992
– W. Sprenger, Stammbaum der Fam. G., Ms., 1992 (ergänzt 1998), (StAZ)

Autorin/Autor: Katja Hürlimann