Muheim

Die vermutlich aus der Freiherrschaft Belp stammende Urner Fam. ist in Altdorf, Flüelen, Göschenen, Schattdorf und Unterschächen verbürgert. Sie wird erstmals 1321 in Bürglen mit Claus, Zinsbauer des Zürcher Fraumünsters, erwähnt. Um 1500 verbreiteten sich die M. nach Altdorf, Erstfeld und Flüelen. Die Erstfelder und Altdorfer Linien gelangten durch Sold- und Staatsdienst zu Reichtum, stellten mit Johann Sebastian ( -> 13) einen Landammann und traten auch im kirchl. Bereich (Priorinnen, Chorherren) und in der Kultur - mit Hieronymus ( -> 12) - hervor. Während diese beiden Linien im 17. Jh. erloschen, entfalteten sich die Flüeler M. in den vier Hauptlinien Mätteli-M., hinter dem Ochsen, von Göschenen und vom Axen. Zweige derselben finden sich auch in Luzern, Bern, Freiburg und in den USA. Die wichtigste Linie ist die der Mätteli-M., insbesondere deren Zweiglinie in Altdorf, die 1734 durch die Übersiedlung des Lederhändlers Georg Franz Josef (1712-76) entstand. Vertreter des Altdorfer Zweigs erwarben durch gewerbl. Unternehmungen und eine Lotterie grosse Vermögen. Die Linie stellte im 19. und 20. Jh. neben vier Landammännern ( -> 1, -> 8, -> 17, -> 18) auch acht Bundesparlamentarier ( -> 1, -> 4, -> 5, -> 8, -> 9, -> 15, -> 17, -> 19) und prägte die Politik Uris ab 1848 bis ins beginnende 20. Jh. nachhaltig. Jost ( -> 15) betätigte sich als Kunstmaler und im Kulturbereich, ebenso wie sein gleichnamiger Sohn ( -> 16), während ein weiterer Sohn, Emanuel (1849-1922), Mitgründer und Direktor der Berneralpen Milchgesellschaft in Stalden im Emmental war.


Archive
– KBUR, Stammbaum der Axen-M., 1976
Literatur
Schweiz. Geschlechterbuch 1, 337-339; 10, 397-471
– J.A. Muheim, Familienchronik der M. hinter dem Ochsen, später Hirschen von Flüelen (Uri), 1986
– U. Kälin, Die Urner Magistratenfam., 1991

Autorin/Autor: Hans Stadler