Duillier

Polit. Gem. VD, seit 1798 Bez. Nyon. Dorf an der Strasse Nyon-Arzier. 1764 204 Einw.; 1850 281; 1880 315; 1900 271; 1950 230; 2000 901. 1145 Duelliei. Venus-Statuette. Versch. Allodialherren teilten sich das Gebiet, darunter das Kloster Bonmont ab 1166 und die de D., die erstmals 1145 erwähnt werden. Unter bern. Herrschaft gehörte D. zur Vogtei Nyon; die Gem. wurde von einem zehnköpfigen Rat geführt. 1655 erhielt die Herrschaft die hohe Gerichtsbarkeit. Das Schloss wird seit dem 12. Jh., eine Bruderschaft vom Hl. Geist seit 1400 erwähnt. Anfang des 16. Jh. bestand eine kleine, dem hl. Gratus geweihte Kapelle; nach der Reformation gehörte D. zur Kirchgem. Nyon, wurde 1671 Filialkirche von Prangins und 1834/40 von Genolier. Das Gotteshaus wurde 1669-70 erbaut. Von 1675 bis etwa 1690 wurde im Schloss, das damals dem Genfer Jean-Baptiste Fatio gehörte, eine Druckerei betrieben. Ab 1888 verband ein Postkutschenkurs den Ort mit Nyon (heute eine Buslinie). D. entwickelte sich ab 1960 von einem Bauern- und Weinbauerndorf zu einer Wohngem., in der sich ein Teil der Eidg. landwirtschaftl. Forschungsanstalt Changins befindet.


Literatur
– G. Rochat, D., 1980
– M. Grandjean, Les temples vaudois, 1988, 109 f.

Autorin/Autor: Germain Hausmann / KMG