Elsener (SZ)

Unternehmerfam. von Schwyz. Der Zuger Bürger Peter Oswald (1791-1850) zog 1816 nach Schwyz, wo er eine Hutmacherei betrieb. Sein Sohn Balthasar (1826-93) fügte der Hutmacherei und Filzfabrikation einen Fellhandel hinzu. Karl ( -> 4), vierter Sohn Balthasars, eröffnete 1884 in Ibach ein Geschäft für Messer und chirurg. Instrumente und initiierte 1891 die Gründung des Schweiz. Messerschmiedeverbands mit dem Ziel, die Schweizer Armee-Taschenmesser im eigenen Land herzustellen. Schon im gleichen Jahr konnte er eine erste Lieferung von Soldatenmessern an die Armee ausführen. Dafür musste der Betrieb vergrössert werden, und die Zahl der Mitarbeiter stieg bis 1892 auf 30. In Erinnerung an seine Mutter Viktoria nannte er die Fabrikmarke "Victoria" (1921 mit der Einführung des rostfreien Stahls zu "Victorinox" erweitert). Nach seinem Tod übernahm 1918 der Sohn Carl (1886-1950) gemeinsam mit zwei Brüdern das Geschäft; ab 1929 war er Alleininhaber. Nach den Krisenjahren brachte der 2. Weltkrieg wieder mehr Aufträge. Bei Carls Tod zählte die Firma bereits 230 Beschäftigte. Seine Ehefrau Elise geb. Gut (1900-91) arbeitete aktiv im Geschäft mit und führte das Unternehmen mit den Söhnen Carl (1922-2013) und Eduard (geboren 1926) bis ins hohe Alter weiter. Büro- und Fabrikflächen sowie der Umsatz vergrösserten sich fortwährend. 2003 war die Victorinox AG mit rund 930 Mitarbeitern der grösste private Arbeitgeber im Kt. Schwyz, weltweit beschäftigte die Firma 1'400 Mitarbeiter (Umsatz weltweit: 385 Mio. Fr.). Die Fam.-AG produziert v.a. Haushalts- und Berufsmesser sowie Taschenwerkzeuge (Multitools, Taschenmesser), seit 1998 auch Schweizer Präzisionsuhren (Victorinox Watch AG, Bonfol). Das seit 1897 gesetzlich geschützte Swiss Army Knife besitzt Weltruf.


Literatur
Victorinox, 1984, 119-192

Autorin/Autor: Franz Auf der Maur