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Begnins

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Polit. Gem. VD, Bez. Nyon (seit 1798). Grosses Dorf westl. des Weinbaugebiets der La Côte. 1145 Begnins. 1764 454 Einw.; 1850 734; 1900 782; 1920 669; 1950 753; 2000 1'335. Latènezeitl. Gräberfeld (u.a. Armband aus Glasperlen); röm. Meilenstein (251/253 n.Chr.). Lokales Adelsgeschlecht von B. (Vasallen der Herren von Prangins) erw. zwischen 1145 und der Mitte des 14. Jh. Im 13. und 14. Jh. Auseinandersetzungen zwischen den Dorfbewohnern und der Kartause Oujon um Weiderechte. Gerichtsbarkeit im MA bei den Herren von Menthon, Rochefort, Cottens, Serraux-Dessus und Martheray (imposantes Schloss in B.). Zur Bernerzeit gehörte B. zur Vogtei Nyon und wurde durch einen Zwölferrat verwaltet. Im 18. Jh. zählte B. zehn Herren, drei Gerichte und zwei Galgen. 1767 wurde die Gem. Serraux zu B. geschlagen. Die Pfarrkirche Notre-Dame wird erstmals im 13. Jh. erw.; nach der Reformation wurde ihr Luins als Filiale zugeteilt. 1756 Bau eines neuen Pfarrhauses. Im 19. Jh. wandelte sich B. dank seiner Jahrmärkte und als Schnittpunkt mehrerer Postkutschenlinien zum regionalen Zentrum. Diese Rolle verstärkte sich noch durch die 1906 erfolgte Eröffnung einer Strassenbahnlinie nach Gland. 1921 wurde eine Schule für armen. Waisenkinder gegründet. Nach dem Bau der nahen Autobahn Genf-Lausanne entwickelte sich B. zu einer Wohngemeinde.


Literatur
– G. Sénéchaud, B. à rebrousse-temps, 1989

Autorin/Autor: Germain Hausmann / AW