Luzerner Neuste Nachrichten (LNN)

Streikende Typografen gründeten 1897 in Luzern die Genossenschaftsdruckerei und lancierten im selben Jahr den "Luzerner Tages-Anzeiger" als parteiunabhängige Tageszeitung. 1917 übernahm der Drucker und Verleger Carl Josef Bucher die Zeitung und benannte sie 1918 in "Luzerner Neueste Nachrichten" um (ab 1975 "Neuste" statt "Neueste"). Die LNN wurden zur grössten und innovativsten Zeitung der Zentralschweiz (Auflage 1970 54'800). Der von der Publicitas AG 1971 initiierte Inseratepool Tandem ("Luzerner Tagblatt" und "Vaterland") schwächte die Position der LNN. 1973 übernahm Ringier von Alice Bucher Druckerei, Verlag und Zeitung. Dies sowie die Absetzung des Chefredaktors Jürg Tobler durch Ringier 1980 führte zu Protesten und zur Gründung der alternativen Wochenzeitung "Die Region" (1981-85). Durch die Fusion von "Vaterland" und "Luzerner Tagblatt" zur "Luzerner Zeitung" (LZ) 1991 verloren die LNN ihre Spitzenposition. 1995 erfolgte der Zusammenschluss mit der LZ. Daraus ging die "Neue Luzerner Zeitung" hervor, an welcher Ringier eine Minderheitsbeteiligung erhielt, sich aber den Druckauftrag sicherte.


Literatur
– M. Huber, Gesch. der polit. Presse im Kt. Luzern 1914-1945, 1989
– H. Kunz, Der Luzerner Presse-Eintopf, [1996]
– K. Suter, Pressegesch. des Kt. Luzern von 1945 bis 1970, 1996
– J. Lehmann «Qualität und Kommerz - eine Redaktion im Widerstand», in JHGL 35, 2017, 79-104

Autorin/Autor: Max Huber