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Saint-Cierges

Ehemalige politische Gemeinde VD, Bezirk Gros-de-Vaud, seit 2013 mit Chanéaz, Chapelle-sur-Moudon, Correvon, Denezy, Martherenges, Neyruz-sur-Moudon, Peyres-Possens und Thierrens Teil der neuen Gemeinde Montanaire. Auf dem Plateau des Jorat, zwischen Broye und Mentue gelegen. Sie umfasste auch die Weiler Corrençon, Pré-de-Place und Solitude. 1145-54 de sancto Sergio, 1166 de sancto Ciriaco. 1416 28 Feuerstätten; 1764 266 Einw.; 1803 240; 1850 526; 1900 505; 1950 372; 1970 312; 2000 411. Prähist. Abris bei La Mélude und Broillet, Megalith und Spuren eines röm. Heiligtums bei La Tour du Molard. S. war im MA ein Lehen der Herrschaft Bercher. Unter bern. Herrschaft (1536-1798) bildete S. den Sitz einer Kastlanei der Vogtei Yverdon, 1798-2006 einen Kreis im Bezirk Moudon. Zur Pfarrei S., zu der auch Boulens gehörte, kamen nach der Reformation noch Chapelle-sur-Moudon, Martherenges, Sottens und Villars-Mendraz hinzu, Letzteres trennte sich 1910 aber wieder von ihr. 1150 übergab Bf. Amadeus die Kirche Saint-Cyriaque dem Priorat Saint-Maire in Lausanne. Sie wurde 1698 vergrössert und 1877 durch das heutige Gotteshaus ersetzt. Das ma. Pfarrhaus wurde 1671 und 1754 erneuert. Auf dem Gemeindegebiet wurde Molassegestein abgebaut und ein Siliziumsandvorkommen für die im MA in S. angesiedelten Glaser ausgebeutet. 2005 stellte der 1. Sektor im Dorf, das auf Ackerbau, Viehzucht und Waldwirtschaft ausgerichtet ist, noch 58% der Arbeitsplätze. 2000 arbeiteten zwei Drittel der Erwerbstätigen auswärts, hauptsächlich in Lausanne und Moudon.


Literatur
– B. Sauvageat, J.-L. Martin, S., 2 Bde., 1991-94

Autorin/Autor: Boris Anelli / ANS