• <b>Gasetta Romontscha</b><br>Kopf der rätoromanischen Wochenzeitung zwischen 1857 und 1866 (Schweizerische Nationalbibliothek).

Gasetta Romontscha

Die G. war eine 1856 von Placi Condrau gegründete rätorom. Zeitung. Das Blatt erschien in Disentis/Mustér ab 1857 als "Nova Gasetta Romonscha", hiess 1867-91 "Gasetta Romonscha" und 1892-1996 "Gasetta Romontscha". Bis 1952 erschien sie einmal, bis 1996 zweimal pro Woche. Die G. entstand im Zusammenhang mit den polit. Kämpfen zwischen der kath.-konservativen Minderheit um Condrau und der kath.-liberalen Mehrheit um die Fam. Latour von Breil/Brigels. Sie wurde als liberalkonservative Zeitung für polit., erzieher. und ökonom. Unterweisung konzipiert, war aber de facto ein kath.-konservatives Leitblatt. Die G. hat das polit.-kulturelle Denken und Handeln der kath. Romanen stark geprägt. Sie war das publizist. Fundament der sog. schwarzen Lawine im Kt. Graubünden. Als sich diese konservative Bastion in der 2. Hälfte der 1970er Jahre auflöste, verlor die G. ihren normativen Einfluss; in den 1980er Jahren öffnete sie sich anderen Meinungen. Die G. befand sich stets im Besitz der Fam. Condrau: Placi war 1857-1902 Redaktor, Giachen Giusep bis 1922, Giusep bis 1974. Unter der Direktion des letzten Besitzers, Pius Condrau, wirkten in der Redaktion nach 1969 nacheinander Dumeni Columberg, Giusep Capaul und Rest Martin Cabalzar. 1993 fusionierte die G. mit der Gasser AG Chur, 1996 ging sie in der Quotidiana auf. Die letzte Ausgabe der G. erschien in einer Auflage von 5'645 Exemplaren.

<b>Gasetta Romontscha</b><br>Kopf der rätoromanischen Wochenzeitung zwischen 1857 und 1866 (Schweizerische Nationalbibliothek).<BR/>
Kopf der rätoromanischen Wochenzeitung zwischen 1857 und 1866 (Schweizerische Nationalbibliothek).
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Literatur
– G. Gadola, «Historia della schurnalistica sursilvana 1836-1928», in Igl Ischi 21, 1928, 157-175
G., 27.3.1956; 18.2.1982
– A.M. Cantieni, Gesch. der rätorom. Presse in Graubünden, 1984, 27-31

Autorin/Autor: Ernst Bollinger