Appenzeller Zeitung

Tageszeitung in Appenzell Ausserrhoden. 1828 vom Trogner Arzt Johannes Meyer als Oppositionsblatt im Kampf gegen Zensur und für demokrat. Erneuerung gegr., erreichte die in den ersten zwei Jahren einmal, dann zweimal wöchentl. erscheinende Zeitung schon im ersten Jahr 620 Abonnenten. In den 1830er Jahren wurde sie zum Forum und Meinungsblatt aller auf Erneuerung bedachten Kräfte des schweiz. Liberalismus. Einflussreiche Exponenten der Regenerations-Bewegung wie Kasimir Pfyffer, Ignaz Paul Vital Troxler, Thomas Bornhauser oder Gallus Jakob Baumgartner nutzten die A. zur Verbreitung ihrer polit. Vorstellungen. Nach der Übernahme durch Michael Schläpfer 1852 etablierte sich die nun in Herisau erscheinende A. als regionale Tageszeitung mit einem das Appenzeller Hinterland und das angrenzende Toggenburg umfassenden Einzugsgebiet. Durch den Erwerb der Verlagsrechte der Konkurrenzblätter "Säntis", "Appenzeller Anzeiger" (beide 1969) und "Appenzeller Landeszeitung" (1973) entwickelte sich die A. (Auflage 2000 16'873) zum Blatt ganz Ausserrhodens, von 1969 an konkurrenziert durch das "Appenzeller Tagblatt" (Kopfblatt des Sankt Galler Tagblatts, 1998 eingestellt). Von 1993-94 an arbeitete das der FDP nahe stehende, vom Appenzeller Medienhaus Schläpfer AG (seit 1996, vorher Verlag Schläpfer & Co. AG) herausgegebene Blatt mit sechs weiteren Ostschweizer Regionalzeitungen zusammen, wobei die A. den gemeinsamen Mantelteil herstellte. Am 1.4.1998 übernahm die Zollikofer AG, St. Gallen, eine Minderheitsbeteiligung an der A., die -- unter Beibehaltung des Zeitungskopfes -- seither nur noch als Regionalausgabe des "St. Galler Tagblatts" erscheint.


Literatur
– W. Schläpfer, Pressegesch. des Kt. Appenzell Ausserrhoden, 1978

Autorin/Autor: Thomas Fuchs