Bertschinger

Mitte des 16. Jh. in Lenzburg eingebürgertes Geschlecht, das seit dem späten 18. Jh. mit Unternehmern, Kaufleuten und Politikern, so Daniel ( -> 2), Karl Emanuel ( -> 3) und Theodor ( -> 4), hervorgetreten ist. 1772-1869 stellte die Fam., mit dreijährigem Unterbruch, den Stadtschreiber, 1841-46 und 1922-32 zwei Stadtammänner. Aus der 1774 gegr. Kolonialwarenhandlung Abraham Bertschinger, die Schnupftabak herstellte (Lenzburger Spezialität), ging ein Grossistenunternehmen hervor (1956 Bertschinger + Rohr AG). Mit Theodor ( -> 5) und dessen Sohn Walo ( -> 6) nahm ein Zweig die Tätigkeit als Bauunternehmer auf. Die sozial unterschiedlich zusammengesetzte Fam. bildete in Lenzburg ein volksnahes Gegengewicht zu den aristokratisch auftretenden Hünerwadel.


Literatur
– E. Jörin, «Lenzburg z.Z. des Übergangs», in Lenzburger Njbl. 24, 1953, 26-28
100 Jahre Theodor Bertschinger, 1968
Bertschinger + Rohr AG 1774-1974, 1974

Autorin/Autor: Andreas Steigmeier