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Hofmaier, Karl

geboren 17.5.1897 Basel, gestorben 19.3.1988 Zürich, Deutscher. Sohn des Joseph, Schreiners, und der Caroline geb. Binninger. ∞ 1922 Hedwig Martha Dasen, aus bürgerl. Familie. Von Beruf Schriftsetzer, doch ab 1924 vollberuflich für die Kommunist. Internationale tätig. Mitglied der Altkommunisten, 1921 Mitbegründer der Kommunist. Partei der Schweiz (KPS), 1922-24 der Parteizentrale angehörig. Danach übersiedelte er mit seiner Frau nach Moskau; er arbeitete im Informationsdep. der Komintern als Referent für Frankreich, Italien und Spanien. 1925 Instrukteur für Organisationsfragen; in dieser Funktion von der Komintern nach Belgien, anschliessend nach Italien delegiert. Hier wurde er 1927 verhaftet und zu 15 Jahren Haft verurteilt, doch 1934 aufgrund einer Teilamnestie entlassen. Nach kurzem Zwischenhalt in der Schweiz kehrte H. erneut nach Moskau zurück. Von dort begab er sich 1935 nach Paris, wo er offenbar als Kominternemissär die Reorganisation der Internat. Arbeiterhilfe und die Teilentmachtung Willi Münzenbergs in die Wege leitete. 1936 Rückkehr in die Schweiz, wo er als neuer Mann Moskaus gleich mit mehreren Leitungsfunktionen in der KPS betraut wurde. 1939 letzte Reise in die Sowjetunion. Während des Kriegs übernahm er die alleinige Leitung der Partei. 1944 Zentralsekr. der Partei der Arbeit (PdA). 1946 wegen Veruntreuung von Parteigeldern abgesetzt, 1947 aus der PdA ausgeschlossen.


Werke
Memoiren eines Schweizer Kommunisten 1917-1947, 1978
Literatur
– P. Huber, Stalins Schatten in die Schweiz, 1994
– B. Studer, Un parti sous influence, 1994
– B. Studer, «Ein Prozess in Rom und seine Wiederholung in Moskau», in Jb. für hist. Kommunismusforsch. 2, 1994, 254-274

Autorin/Autor: Brigitte Studer