Hundertjähriger Krieg

Der H. zwischen den Königreichen England und Frankreich dauerte mit Unterbrechungen von 1337 bis 1453. Er wurde durch die Ansprüche der engl. Könige auf den franz. Thron nach dem Aussterben der Kapetinger verursacht. Das zentrale ökonom. Motiv war die Kontrolle über Flandern. Bei Kriegsende hatte die engl. Krone alle ihre Besitzungen auf dem Kontinent mit Ausnahme von Calais, das sie noch bis 1558 halten konnte, verloren.

Während des H.s wuchs die Eidgenossenschaft von vier auf acht Orte an. Vereinzelt kam es auch im Raum der heutigen Schweiz zu Kriegshandlungen. So stiessen z.B. Enguerrand de Coucy und Yvo von Wales mit einem Söldnerheer (Gugler) 1375 gegen die Besitzungen des Hzg. Leopold III. von Habsburg im Aareraum vor. Dieser verbündete sich daraufhin mit Zürich und Bern. Die Abwehr des Einfalls lastete auf den eidg. Orten, namentlich auf Bern und Luzern und ihren Bundesgenossen. Die Erfolge bei Buttisholz, bei Ins und Fraubrunnen im Dez. 1375 wurden zum Zeichen überlegener militär. Effizienz der zum eidg. System gehörenden Kräfte, v.a. auch weil Österreich, das durch Verweigerung der Zahlung einer Mitgift den Anlass zum Einfall gegeben hatte, die Abwehr den Eidgenossen überliess. Diesen fiel dadurch die militär.-polit. Vorherrschaft im schweiz. Raum zu, wie die wenige Jahre später einsetzende Reihe von Triumphen (Burgdorf, Sempach, Näfels bis hin zur Eroberung des Aargaus 1415) zeigt.

Während des Alten Zürichkriegs (1436-50) rief Habsburg-Österreich den franz. Kg. Karl VII. um Hilfe, der die Gelegenheit benutzte, die wegen eines Waffenstillstands mit England nun auftragslos gewordenen Söldnerbanden ausserhalb Frankreichs zu beschäftigen. Die sog. Armagnaken verwüsteten das Gebiet um Basel und schlugen ein kleines Truppenaufgebot der Eidgenossenschaft bei Sankt Jakob an der Birs (26.8.1444). Im anschliessenden Frieden von Ensisheim wurde die Grundlage für die zukünftigen Beziehungen zwischen der Eidgenossenschaft und Frankreich gelegt.


Literatur
– A. Leguai, La guerre de Cent ans, 1974
– H. Berger, Der Alte Zürichkrieg im Rahmen der europ. Politik, 1978
– J. Favier, La guerre de cent ans, 1980
– C.T. Allmand, The Hundred Years War, 1988

Autorin/Autor: Jürg Stüssi-Lauterburg