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Chapelle-sur-Moudon

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Polit. Gem. VD, Bez. Moudon. Dorf am linken Rand des Broyetales. Die Gem. besteht aus dem Dorf C. und dem Weiler Combe. 1177 Capellam, 1228 Capella Vualdana, unter Berner Herrschaft hiess die Gem. Chapelle Vaudanne, danach bis 1953 Chapelle (VD). 1416 22 Feuerstätten; 1764 268 Einw.; 1850 368; 1900 323; 1950 302; 1970 224; 2000 319. Seit dem 12. Jh. ist eine sich nach dem Ort nennende Familie bezeugt. Um 1338 gehörte der Grossteil von C. den Gf. von Savoyen. Auf dem grossen Gut, das diese mit gewissen Herrschaftsrechten an einen Bürger von Moudon verkauften, entstand neben dem alten Dorf eine Siedlung. 1403 fiel das Gut an die Herren von Illens, die sich als erste Herren von C. nannten. 1489 gelangte es an die Praroman, die es bis gegen Ende des 18. Jh. besassen. 1680 erwarben sie von Bern die restl. Herrschaftsrechte, einschliesslich der Hochgerichtsbarkeit. 1536-1798 gehörte C. zur Vogtei Moudon. Verwaltet wurde das Dorf durch die Versammlung der Ortsbürger. Die dem hl. Martin geweihte Kirche ist 1228 als Pfarrkirche bezeugt, nach Einführung der Reformation wurde sie Teil der Pfarrei Saint-Cierges. Sie besitzt Glasfenster aus der Zeit um 1500, wurde 1724 umgebaut und um einen Kirchturm erweitert. Zwei Feuersbrünste zerstörten 1360 und 1888 Teile des Dorfes. Im 19. Jh. Gründung mehrerer Gesellschaften und einer Bibliothek (1858-1925). In der 1839 gegr. Schule wird heute noch eine Klasse unterrichtet. 1958 bohrte die Société vaudoise d'hydrocarbures vergeblich nach Öl. Nach 1980 schuf das Bauerndorf C. mehrere kleine Zonen für den Bau von Einfamilienhäusern.


Literatur
– J. Besson, Chapelle à travers les âges: 1177-1977, [1987]

Autorin/Autor: Valérie Favez / AW