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Rüstung

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Die R., d.h. die Bereitstellung von Kampfmitteln und der übrigen materiellen Ausstattung für militär. Streitkräfte, wird durch die Wehrverfassung (Landesverteidigung) geregelt.

1 - Rüstung in der Alten Eidgenossenschaft

Aus Gründen der Sparsamkeit und mangels einer dazu fähigen Verwaltung delegierten die eidg. Orte die Zuständigkeit für die R. möglichst untergeordneten Korporationen. Im Rahmen der Selbstbewaffnungspflicht und des Milizsystems trug im vorrevolutionären Militärwesen der Wehrpflichtige die Hauptlast der R. Die Bewaffnung (Waffen) machte nur einen geringen Teil der von der Obrigkeit bestrittenen Kriegskosten aus. Da im Rahmen der ohnehin kleinen Finanzhaushalte der eidg. Orte die Wehrausgaben bescheiden waren -- Basel wandte 1360-1535 5,1% der Ausgaben für das Wehrwesen und 4,6% für die Kriegführung auf, Luzern 1501-60 für innere und äussere Sicherheit 3,7% der Einnahmen bzw. 8,2% der Ausgaben -- blieb für die R. kaum etwas übrig. Im 17.-18. Jh. scheiterten Versuche zur Verstetigung von Kriegssteuern am Steuerwiderstand.

Gemäss dem korporativen Charakter der Wehrverfassungen in den eidg. Orten beruhte das Beschaffungswesen auf komplizierten Kontingentsystemen, die sich auf städt. Gesellschaft und Zünfte, Burgrechtsverträge, Landvogteien, andere Herrschaften, Landstädte, Dorfgemeinden, Klöster und andere Korporationen bezogen. Diese hatten im Rahmen ihres Auszugs pro Feuerstätte einen sich je nach Vermögen selbst ausrüstenden Mann auszuheben. Bei unmittelbarer Notwendigkeit wurde mit der R. des Landsturms das militär. Potential vergrössert. Korporationen mit eigenen Kriegskassen gewährten z.T. Bedürftigen Zuschüsse an deren R., kamen aus Sparsamkeit ihrer Ausrüstungspflicht aber oft ungenügend nach, was zu Konflikten mit der Obrigkeit führte. Diese suchte ab dem 17. Jh. ihre Macht auch im Bereich der R. zu zentralisieren, indem sie die Wehrpflicht und damit die Selbstausrüstungspflicht vom Haus auf den einzelnen Mann und das Recht zur Aushebung vom Gemeindevorsteher auf den Landvogt übertrug (z.B. Bern 1672 und 1684). Trotzdem blieb die (meist ungenügend wahrgenommene) kommunale Unterstützungspflicht an die R. bedürftiger Wehrpflichtiger bis ins 19. Jh. bestehen.

Widersprüchlich waren die ab dem Bauernkrieg von 1525 nachweisbaren Mandate zur Einschränkung des Waffentragrechts: Das Selbstbewaffnungsrecht liess sich schwerlich eindämmen, solange das Wehrwesen von der Selbstbewaffnungspflicht der Untertanen abhing; der schlechte Ausrüstungsstand beunruhigte die Obrigkeit mehr als die Furcht vor Waffenmissbrauch. Jährl. Musterungen, die in den Städten die Zunftmeister, auf dem Land die Obervögte und in den Landsgemeindeorten von den rechtsfähigen Männern Beauftragte durchführten, sollten einen ausreichenden Stand der R. sicherstellen, wobei in der Praxis Waffeninspektionen oft erst unmittelbar vor einem Waffengang stattfanden. Zur Hebung und Wahrung des Ausrüstungsstandes forderten Städte vom SpätMA an von ihren wohlhabenden Bürgern eiserne R.en; ohne R. oder, je nach Vermögen, ohne Teile derselben gab es keine Aufnahme in das Bürgerrecht oder in die Zunft. Reichere Städte förderten den Rüstungsstand, indem sie in ihren Zeughäusern Waffenvorräte anlegten und diese leihweise oder zu kontrollierten Preisen abgaben. Stadtrechte verboten vom Anfang des 15. Jh., obrigkeitl. Mandate vom 16. Jh. an, Wehr und Waffen zu verpfänden oder an Fremde zu verkaufen. Wiederholte Ermahnungen (z.B. 1600 in Bern an alle Amtsleute) zeigen, dass von Armut betroffene Hausväter ihre Waffen trotzdem verganteten. Solange Militärunternehmer und Reisläufer ihre Truppen bzw. sich selbst in der Eidgenossenschaft auszurüsten hatten (bis Anfang 17. Jh.), flossen zudem jedes Jahr mehrere Hundert der mühsam erworbenen Blank-, Schutz- und Handfeuerwaffen auf diesem Weg gleich wieder in die fremden Dienste ab. Im 18. Jh. erlaubten einige eidg. Orte Heiraten nur noch, wenn der Bräutigam u.a. ausreichende Bewaffnung vorwies, so 1712 und 1726 Bern, 1730 Solothurn, 1743 Schaffhausen und 1790 Glarus, was von den Gründervätern der USA als modellhaft betrachtet wurde.

Die Unbestimmtheit der Selbstbewaffnungspflicht führte zu einem heillosen Modellwirrwarr, der in den eidg. Orten den vom 17. Jh. an international übl. Drill praktisch ausschloss. Vorgaben, wie sie die Berner Heeresreform Johann Ludwig von Erlachs 1628 vorsah, waren kaum durchsetzbar, da die einzelnen Korporationen von der Mitwirkungsbereitschaft der Milizionäre abhingen und nicht über ausreichende Finanzmittel zum Ausgleich der Defizite verfügten. Am notor. Mangel an Feuerwaffen bei den Auszügen änderten auch Anreize wie Soldzulagen, Ausleihangebote im Zeughaus oder die verbreiteten Schützengesellschaften wenig. Häufige Konflikte zwischen Schützen und Obrigkeit um den techn. Standard der Waffen zeigen, dass die von den Schützen bevorzugten verfeinerten Waffen nicht immer kriegstauglich waren. Auch weigerten sie sich lange, den veralteten Radschlossstutzer durch Ordonnanzwaffen wie die nicht sehr zielsicheren, aber billigeren Musketen oder später die Steinschlossflinten zu ersetzen.

Eine Sonderstellung im Bereich der R. nahmen die Artillerie, die Stadtbefestigungen und das Pulver ein, die von Anfang an obrigkeitl. Aufgaben waren. Die Fertigung, Wartung und Bedienung der Geschütze, die Anleitung von Gehilfen und der Unterricht von Lehrlingen oblag Büchsenmeistern, die zumindest in Notzeiten im Dienst zahlungskräftiger Städte standen. Bern hatte 1383 vorübergehend einen Büchsenmeister, Luzern 1386, Zürich 1388, Basel 1390. Freiburg schloss als erster eidg. Ort 1401 einen unbefristeten Anstellungsvertrag mit einem Büchsenmeister ab, Solothurn 1463. Bern übertrug im 15. Jh. die Aufsicht über Geschütz, Zubehör und Munition einem Geschützmeister und verwahrte die Artillerie vom 16. Jh. an in einem zentralen Büchsenhaus. Indem die Artillerie ganz in der Verfügungsgewalt der städt. Obrigkeit stand, unterschied sie sich wesentlich vom aufmüpfigen Fussvolk. Zum obrigkeitl. Charakter des Geschützwesens trug bei, dass es z.T. direkt über die Soldverträge finanziert wurde. Angesichts des allgemein niedrigen Rüstungsstands vereinbarten die eidg. Orte, dass die wenigen, die kriegstaugl. Geschütze besassen (vorab Zürich und Bern), diese an die gemeinsamen Auszüge lieferten und die Kosten geteilt wurden. Die wichtigste Form der Beschaffung war bis zum 15. Jh. die Erbeutung. Vom 16. Jh. an liessen einzelne eidg. Orte wie Zürich (durch die Fam. Füssli) und Bern (durch die Fam. Maritz) eigene Geschütze giessen. Vorab finanziert durch die Zünfte, erwarb Zürich Ende des Dreissigjährigen Kriegs von Schweden gebrauchte Geschütze, die sog. Benfelder Armatur, deren Name auf eine elsäss. Stadt zurück geht. Der eidg. Geschützpark galt inzwischen als praktisch unbrauchbar. Umgussaktionen in den 1710er und ab den 1770er Jahren hoben den Standard wieder etwas und verminderten erstmals die Zahl der versch. Kaliber.

In Bern war der Büchsenmeister zugleich Pulvermacher. Pulvermühlen, wie sie im übrigen Europa ab Mitte des 15. Jh. üblich waren, wurden in der Eidgenossenschaft erst Ende 16. Jh. erbaut (Bern, Zürich, Freiburg, im 18. Jh. zusätzlich Solothurn und Schwyz). Deren fiskalisch motivierte Privilegierung führte im 17. Jh. zur Einführung des Pulverregals. Nicht zuletzt wegen der zahlreichen Schützenfeste und des Böllerschiessens für Repräsentationszwecke war der Pulververbrauch erheblich.

Autorin/Autor: Peter Hug

2 - Auf dem Weg zur Bundesarmee (1798-1874)

Das Postulat der unentgeltl. Ausrüstung in der ersten helvet. Verfassung von 1798 erwies sich als nicht finanzierbar. 1799 übertrug das helvet. Direktorium die Kosten für die Besoldung, Bewaffnung und Uniformierung der stehenden Truppen den Gem., was deren Finanzkräfte überstieg. Mit der Mediationsverfassung 1803 ging die Zuständigkeit für die R. auf die Kantone über. Deren Oberhoheit wurde auch durch den Bundesvertrag von 1815 kaum angetastet, so dass sich die neuen eidg. Richtlinien für eine einheitl. Bewaffnung, Bekleidung und Ausrüstung kaum durchsetzen liessen. Art. 8 des Bundesvertrags beauftragte die Tagsatzung, "im Einverständnis mit den Kantonsregierungen die Aufsicht über die Bildung und Ausrüstung des Militärcontingents" anzuordnen. Das Reglement von 1817 übertrug diese Kompetenz der Militäraufsichtsbehörde. Diese konnte aber nicht viel mehr tun, als der Tagsatzung regelmässig über den anhaltend niedrigen Stand der kant. Ausrüstung und Bewaffnung Bericht zu erstatten. Der ab 1815 ständig verfügbare Einfuhrzoll und die franz. Kriegskontributionen vergrösserten zwar die finanziellen Möglichkeiten der eidg. Orte. Die Kantone, die in den 1820er Jahren neunmal und in den 1840er Jahren achtmal mehr für das Militär ausgaben als die Eidgenossenschaft, wandten aber weiterhin nur 9-14% ihres Gesamthaushalts für das Wehrwesen auf. Davon floss weniger als ein Zehntel in die R. Kein anderer europ. Staat gab in dieser Zeit pro Einwohner so wenig für die Armee aus wie die Kantone und die Eidgenossenschaft zusammen (1832: Schweiz 0.35 Fr., Württemberg 1.70 Fr., Spanien 3.10 Fr., Preussen 4.44 Fr., Frankreich 5.48 Fr., Niederlande 18.69 Fr.).

Mit der Gründung des Bundesstaats 1848 verschob sich die Verantwortung zur Sicherung der materiellen Bereitschaft von den Wehrpflichtigen zu den Kantonen und von diesen zum Bund. Dieser wandte einen wachsenden Teil seiner Militärausgaben für die R. auf, in den 1850er Jahren 10-20%, 1861 40%, danach wieder weniger als 10%, 1867 68% und von da an 40-60%. Erst damit wurde die R. auch in Friedenszeiten zur ständigen Staatsaufgabe, wobei das Konzept der Selbstausrüstung der Wehrpflichtigen und Truppen einflussreich blieb. Auch die BV von 1848 gestand dem Bund in Art. 20 nur ein Aufsichtsrecht zu, während die Kompetenz für "die Anschaffung, den Bau und Unterhalt des Kriegszeugs" bei den Kantonen blieb. Dementsprechend blieb in der Schweiz die R. quantitativ bescheiden, ohne wirksame Planung und Koordination. Erst in den 1860er Jahren setzte der Bund allmählich eine Vereinheitlichung der Geschützkaliber durch und beschloss 1864 erstmals, unter Kostenteilung mit den Kantonen, die Infanterie mit einer neuen Waffe auszurüsten. Bis dahin hatten sich die Füsiliere mit Abänderungen ihrer z.T. noch aus dem 18. Jh. stammenden Flinten begnügen müssen, in die man 1842 Perkussionsschlösser eingebaut und deren Läufe man 1859 mit Rillen versehen hatte. Nur bei den Scharfschützen und Jägerbataillonen setzte der Bund 1850 die Beschaffung neuer Stutzer sowie, nach mehreren gescheiterten Vorlagen, 1856 die Erneuerung der Jägergewehre durch. Sie waren von den Kantonen durch Vermittlung der eidg. Kriegsverwaltung zu beziehen, wobei sich der Bund zu zwei Dritteln an den Kosten beteiligte. Im Übrigen blieben Neuanschaffungen den Kantonen oder den einzelnen Wehrpflichtigen überlassen, die das Kriegsgerät einzeln oder in Kleinstserien unter Wahrung äusserster Sparsamkeit durch Gelegenheitskäufe beizubringen pflegten. Aus Kostengründen gestand das Bundesgesetz von 1851 über die Beiträge der Kantone und der Eidgenossenschaft an Mannschaft, Pferden und Kriegsmaterial den Kantonen weiterhin zu, mit ihrem alten, bunt zusammengewürfelten Material zum Bundesheer beizutragen. Nur bei Neubeschaffungen mussten sie sich an die eidg. Ordonnanz halten. Einer gesamtschweiz. Rüstungspolitik waren auch in personeller Hinsicht engste Grenzen gesetzt. Auch nach der Schaffung des eidg. Militärdepartements blieb das Beschaffungswesen an Ad-hoc-Kommissionen delegiert. Noch 1858 bestand die "Verwaltung des Materiellen" im Militärdepartement aus nur zwei Personen, dem Verwalter Rudolf Emanuel von Wurstemberger und dessen Gehilfen.

Autorin/Autor: Peter Hug

3 - Rüstung und Bundesarmee (seit 1874)

Die Militärorganisation von 1850 übertrug die Verantwortung für die R. dem Inspektor der Artillerie. Dieser verfügte ab 1863 über einen "Verwalter des Materiellen" und zwei Militärwerkstätten in Thun. Letztere wurden 1872 in einer techn. Abteilung zusammengefasst. Ergänzt durch die Waffenfabrik Bern, die Pulverfabrik Wimmis und die Munitionsfabrik Altdorf (UR) wurde diese 1907 als Kriegstechn. Abteilung direkt dem Vorsteher des Militärdepartements unterstellt (Rüstungsbetriebe). Der Chef der Generalstabsabteilung wurde mit der Vorbereitung aller Angelegenheiten der Kriegsbereitschaft betraut. In der Praxis wurden Geschäfte der materiellen Ausrüstung durch informelle Zusammenarbeit aller Betroffenen behandelt.

Die meisten Rüstungsgüter, die vor und während des 2. Weltkriegs beschafft wurden, konnten in der Schweiz hergestellt werden, wenn auch vielfach aufgrund von im Ausland erworbenen Lizenzen. Dennoch war die schweiz. R. zu Beginn des 2. Weltkriegs von schweren Mängeln geprägt.

1954 erschien die erste Verfügung des Militärdepartements betreffend die Entwicklung und Beschaffung von Kriegsmaterial. Ihre Neuauflage von 1963 legte die Aufgaben und Befugnisse der beteiligten Instanzen im Einzelnen fest. Zur besseren Wahrung der Gesamtinteressen der Armee bei der Rüstungsbeschaffung wurde die Generalstabsabteilung 1962 durch die Untergruppe Planung ergänzt. Diese stellte erstmals einen fünfjährigen Finanzplan auf. 1963 gliederte sich die Kriegstechn. Abteilung in eine techn. und eine kaufmänn. Abteilung sowie eine Zentraldirektion der Militärwerkstätten. 1964 führte die Mirage-Affäre zur Erkenntnis, dass die bisherige Organisation der Rüstungsdienste der Evaluation und Beschaffung komplexer Waffensysteme nicht gewachsen war. 1968 wurde deshalb die Kriegstechn. Abteilung zur Gruppe für Rüstungsdienste erweitert. Dem Rüstungschef oblag die Entwicklung und Beschaffung von Kriegsmaterial. Der Generalstabschef wurde mit der militär. Gesamtplanung betraut. Er rief einen Rüstungsausschuss ins Leben, um die Koordination zwischen allen betroffenen Stellen zu gewährleisten. Dem gleichen Ziel diente 1969 die Festlegung des Rüstungsablaufs. Die Planungskonzeption von 1975 fasste die bisherigen Einzelschritte zu einem System der Grundlagen- und Realisierungsplanung zusammen. 1975 erschien das Armeeleitbild 80 als Grundlage für den langfristigen militär. Gesamtplan. Die mittelfristigen Ausbau- und Erneuerungsbedürfnisse wurden mit dem vierjährigen Finanzrahmen des Bundes konfrontiert, woraus das Investitionsprogramm entstand. 1982 wurde die Gruppe für Rüstungsdienste neu in drei produkteorientierte Rüstungsämter mit techn. und kommerziellen Organen gegliedert.

Die Einsicht, dass eine Eigenentwicklung der zunehmend komplexeren Waffensysteme die Möglichkeiten des schweiz. Rüstungsapparats überstieg, setzte sich bei der Flugwaffe (Luftwaffe) schon in den 1950er Jahren durch, bei der Panzerwaffe (Mechanisierte und Leichte Truppen) Ende der 1970er Jahre. Weder der vom Flugzeugwerk Emmen entwickelte Deltaflügler N-20 noch der von den Flug- und Fahrzeugwerken Altenrhein konstruierte P-16 erlangte Serienreife. Die von der Konstruktionswerkstätte in Thun entwickelten Panzer 61 und 68 verfügten über zu kleine Türme. Zudem wies der Panzer 68 zahlreiche Mängel auf, die nur mit Mühe behoben werden konnten. Die 1975 in die Wege geleitete Entwicklung eines neuen schweiz. Kampfpanzers wurde 1979 abgebrochen, da beim Kauf des dt. Panzers Leopard ca. 25% tiefere Kosten anfielen. Die schweiz. Rüstungsindustrie musste sich mit der Lieferung von Komponenten und der Endmontage begnügen. 1973-82 entfielen 53% der schweiz. Rüstungsausgaben auf Privatunternehmen im Inland, 34% auf Firmen im Ausland und 13% auf eidg. Rüstungsbetriebe. Die Auffassung, die zur Bedarfsdeckung der Armee wichtige einheim. Rüstungsindustrie sei zur Existenzsicherung auf Ausfuhren angewiesen, prägte die Diskussion um die Waffenausfuhrverbots-Initiativen von 1972, 1997 und 2009 (alle abgelehnt) und die Ausgestaltung der Gesetzgebung über die Ausfuhr von Kriegsmaterial. Der Zusammenbruch der Sowjetunion um 1990 veränderte die Bedrohungslage. Mit der Realisierung der Armee 95 schrumpfte die Nachfrage nach Kriegsmaterial. Das Industriepotenzial des EMD (seit 1998 VBS) musste redimensioniert werden, was hauptsächlich durch die Zusammenfassung der truppenfernen Unterhaltsdienste in vier Materialkompetenzzentren bei der Gruppe R. geschehen ist. Neu stellen bei Beschaffung und Unterhalt nicht mehr die Anschaffungs-, sondern die Unterhaltskosten das entscheidende Kriterium dar. Wenn immer möglich wird der Kauf ab Stange angestrebt. Die neuen Bedürfnisse der Armee XXI führen zu einer Verlagerung der Mittel von den militär. Massengütern zu Hightechprodukten. Geplant ist die Herauslösung der Gruppe R. aus dem Verteidigungsbereich.

Autorin/Autor: Hans Senn

Quellen und Literatur

Quellen
– S. Franscini, Statistik der Schweiz, 1829, (ital. 1827)
– H. Leemann, Abriss der Militär-Statistik der Schweiz, 1839
– J.H. Hottinger, Der Staatshaushalt der schweiz. Eidgenossenschaft und ihrer einzelnen Republiken, 1847
Literatur
– H. Schmid, Bundesrat Frey-Herosé, 1917
– K. Imobersteg, Die Entwicklung des schweiz. Bundesheeres von 1850 bis 1874, 1973
– H. Schneider, Schweizer Waffenschmiede vom 15. bis 20. Jh., 1976
Bewaffnung und Ausrüstung der Schweizer Armee seit 1817, 14 Bde., 1970-1994
– H.R. Kurz, Hundert Jahre Schweizer Armee, 1978
– H. Senn, Entwicklung der Führungsstruktur im Eidg. Militärdep., 1982
– P. Hug, Zur Gesch. des Kriegsmaterialhandels, 1996
– Veröff. UEK 11