Cahiers vaudois

Die C. wurden 1914 von Paul Budry und Edmond Gilliard in Lausanne gegründet und auch von ihnen geleitet. Die Monatsschrift C. war für alle Bereiche offen und äusserst flexibel, sie erschien sowohl in Buch- als auch in Heftform, sie war ebenso Verlag wie auch Zeitschrift. Ihre Köpfe, u.a. Charles Ferdinand Ramuz, der das Manifest "Raison d'être" schrieb, Ernest Ansermet, René Auberjonois und Henry Bischoff, organisierten auch Gemäldeausstellungen, Vorträge, Konzerte und Theateraufführungen. So konnten sie ihren Wunsch, in der Westschweiz Verlagsmöglichkeiten zu finden, und ihr Bestreben, die Autonomie der Kunst zu wahren, vereinen. Das Unternehmen wurde während des Krieges durch den Papiermangel gebremst und musste 1919 schliessen. Die Kollektivgesellschaft Gilliard et Budry gab ihre Rechte an die Société des Editions des cahiers vaudois ab, die einige Bücher herausgab. Die intellektuelle und künstler. Bilanz der C. ist positiv. Sie publizierten wichtige Texte (Gedichte, Romane, Theater, Essais, Kunstkritiken) und die Werke vieler Waadtländer (Pierre-Louis Matthey, Gustave Roud, Fernand Chavannes und René Morax), aber auch Genfer (die Brüder Cingria, Pierre Girard, Henry Spiess) und franz. Autoren (Romain Rolland, André Suarès, Paul Claudel). Die Schriften von Ramuz umfassen einen Viertel der rund 40 Ausgaben.


Literatur
– G. Duplain, Le gai combat des "C.", 1985
– Francillon, Littérature 2, 237-241

Autorin/Autor: Doris Jakubec / BE