• <b>Vufflens-le-Château</b><br>Ansicht des Schlosses und seiner Umgebung von Süden. Aquarell mit Federkonturen von  Albrecht Kauw,   nach einer Zeichnung von  Johannes Dünz,  um 1676 (Bernisches Historisches Museum). Henri de Colombier, der engste Vertraute von Amadeus VIII. von Savoyen, dem künftigen Papst Felix V., liess das stattliche, von Weingärten und Feldern umgebene Schloss in den Jahren 1420–1430 errichten. Der savoyische Hof beeinflusste mit seiner Vorliebe für Backsteinarchitektur nach piemontesischem Vorbild die Zivil- und Militärbauten im Waadtland.

Vufflens-le-Château

Polit. Gem. VD, Bez. Morges, am rechten Ufer der Morges. 1096 Volflens. 1416 32 Feuerstätten; 1453 40; 1558 33; 1619 138 Einw.; 1764 145; 1850 247; 1900 242; 1950 219; 2000 631. Bis gegen 1190 war V. ein Allod, dann musste es Wilhelm Raimund de Vufflens dem Bf. von Lausanne überlassen, der es ihm als Lehen zurückgab. 1235 wurde Humbert de Cossonay mit Herrschaft und Schloss belehnt. Mitte des 13. Jh. ging die Herrschaft an die Fam. de Duin über und um 1385 an die de Colombier. Zwischen 1420 und 1430 liess Henri de Colombier, Berater und Vertrauensmann des Gf. Amadeus VIII. von Savoyen, die 1108 erstmals erw. Befestigungsanlage durch einen Neubau in piemontes. Backsteinarchitektur ersetzen. 1435 umfasste die Herrschaft V. ganz oder teilweise Ballens, Bussy, Chigny, Lully, Vaux, Villars-sous-Yens und Yens. Nach dem Tod von Philibert de Colombier 1544 gelangte sie über zahlreiche Hände 1641 durch Kauf in den Besitz der Fam. de Senarclens. Das 1530 von den Bernern in Brand gesteckte Schloss kam über Heirat an die de Saussure. Als Teil der bern. Landvogtei Morges wurde V. 1539-1798 von einem Gubernator und einer Bürgerversammlung geleitet. In der Reformation wurde die Kirchgemeinde mit der Pfarrkirche Saint-Aubin 1536 kurze Zeit Morges angegliedert, 1544 aber wieder zur Pfarrei erhoben, zu der auch Chigny und Denens gehören. 1895 erhielt die Gem. eine Station an der Bahnlinie Bière-Apples-Morges. Bis in die 1960er Jahre bewahrte V. seinen Charakter als Acker- und Weinbaudorf. Nach der Schaffung von zwei Neubauquartieren stieg die Bevölkerungszahl an. Seit 2007 beteiligt sich die Gem. am Agglomerationsprojekt Lausanne-Morges.

<b>Vufflens-le-Château</b><br>Ansicht des Schlosses und seiner Umgebung von Süden. Aquarell mit Federkonturen von  Albrecht Kauw,   nach einer Zeichnung von  Johannes Dünz,  um 1676 (Bernisches Historisches Museum).<BR/>Henri de Colombier, der engste Vertraute von Amadeus VIII. von Savoyen, dem künftigen Papst Felix V., liess das stattliche, von Weingärten und Feldern umgebene Schloss in den Jahren 1420–1430 errichten. Der savoyische Hof beeinflusste mit seiner Vorliebe für Backsteinarchitektur nach piemontesischem Vorbild die Zivil- und Militärbauten im Waadtland.<BR/><BR/>
Ansicht des Schlosses und seiner Umgebung von Süden. Aquarell mit Federkonturen von Albrecht Kauw, nach einer Zeichnung von Johannes Dünz, um 1676 (Bernisches Historisches Museum).
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Literatur
– O. Dessemontet, «Un recensement à V. en 1619», in RHV, 1971, 51-62
– F. Forel-Baenziger et al., Le château de Vufflens, témoin de l'histoire, 1997

Autorin/Autor: François Béboux / SRL