• <b>Rock- und Popmusik</b><br>Plakat für eine Ausstellung im Musée des arts décoratifs in Lausanne 1978, gestaltet vom Grafiker  Werner Jeker (Schweizerische Nationalbibliothek). Die Ausstellung von Plattenhüllen und Plakaten veranschaulichte die Bezüge zwischen der bildenden Kunst und der Rock- und Popmusik. Die deformierte Vinylplatte ist eine Anspielung auf Apple Records, das von den Beatles 1968 gegründete Plattenlabel.
  • <b>Rock- und Popmusik</b><br>Zweites "Monsterkonzert" im Zürcher Hallenstadion, 1968  © KEYSTONE/Photopress. Jimi Hendrix zusammen mit Schlagzeuger Mitch Mitchell und Bassist Noel Redding während des Konzerts vom 31. Mai 1968.
  • <b>Rock- und Popmusik</b><br>Zweites "Monsterkonzert" im Zürcher Hallenstadion vom 31. Mai 1968  © KEYSTONE/Photopress. Zuschauer versuchen die Bühne zu erklimmen. An der Wand hängt ein Werbeplakat der Jugendzeitschrift "Pop", des "Magazins der Pop-Generation".

Rock- und Popmusik

Die in den 1950er Jahren im anglo-amerikan. Raum aus Elementen des Blues, Rhythm and Blues und Rock'n'Roll entstandene Rockmusik erreichte mit einigen Jahren Verspätung auch die Schweiz. Frühe Meilensteine setzten die "Monsterkonzerte" im Zürcher Hallenstadion mit der brit. Band Rolling Stones 1967 und mit Headliner Jimi Hendrix 1968, in deren Folge es zu Tumulten und harten Polizeieinsätzen gegen Jugendliche kam. Bald entstand eine lebendige Szene mit eigenen Treffpunkten, Medien und kleinen Plattenfirmen. Les Sauterelles mit Toni Vescoli galten als die Schweizer Beatles, während die von Düde Dürst und Hardy Hepp gegr. Band Krokodil Blues- und Psychedelicelemente verband. Die Minstrels und die um den Sänger und Texter Polo Hofer gruppierten Rumpelstilz sorgten in den 1970er Jahren für erste Erfolge des Mundartrock, der später zum Markenzeichen einer spezifisch schweiz. Rockmusik mit Zentrum in Bern wurde. Eine wichtige Identifikationsfigur war dabei der Berner Liedermacher Mani Matter, was etwa in der Hommage "Matter Rock" (1992) mit Coverversionen seiner Lieder deutlich wird. Neben Hofer produzierten u.a. Patent Ochsner und Züri West erfolgreich in Mundart. Internat. Erfolge feierten in den 1980er Jahren die Solothurner Hardrockgruppe Krokus sowie die Zürcher Dieter Meier und Boris Blank von Yello mit ihrem experimentellen Dancebeat, der die Möglichkeiten von Computer und Sampler nutzte. Aus der Schweizer Punk- und Waveszene heraus kam die Frauenband Kleenex (bzw. ab 1980 Liliput) zu Erfolg in England. In den frankofonen Raum strahlte der ursprünglich aus der Berner Punkszene kommende Stephan Eicher aus. Ende der 1980er Jahre erlangten die Freiburger Young Gods internationale Bekanntheit als Exponenten des Industrial Rock. Mitte der 1990er Jahre gelang dem Aargauer René Baumann als DJ Bobo der Durchbruch in den internat. Hitparaden. National erfolgreich war die Tessiner Hardrockband Gotthard. Aus der Westschweiz stammt die bekannte Hip-Hop-Band Sens Unik. Über die Hip-Hop-Szene hinaus haben die Rapper Bligg (Marco Bliggensdorfer), Greis (Grégoire Vuilleumier) und Stress (Andres Andrekson) auf sich aufmerksam gemacht. Die 1980 in Zürich eröffnete Rote Fabrik wurde bald zu einem wichtigen Zentrum der schweiz. Rockszene. Durch massenmediale Verbreitung und Kommerzialisierung erreichte die R. ab den 1980er Jahren als Teil der Populär- und Jugendkultur breite Akzeptanz als Konsum- und Wirtschaftsfaktor (Musik, Jugend, Radio). Marktleader unter den Schweizer Veranstaltern wurde André Béchirs Konzertagentur Good News mit zu Beginn des 21. Jh. gegen 100 Anlässen und 600'000-800'000 Besuchern pro Jahr. Ausgehend von der 1965 in Zürich gegr. Jugendzeitschrift "Pop" baute Jürg Marquard eine internationale Mediengruppe auf. Grosse Festivals mit Rockmusik finden u.a. in Bern, Frauenfeld, Montreux, Nyon und St. Gallen statt. Auch sind Schweizer Fussballstadien regelmässig Austragungsort für Open-Air-Konzerte internationaler Rock- und Popstars. Grössere Städte wie Basel, Bern, Luzern und Zürich richten Preise, Stipendien und Produktionsbeiträge aus.

<b>Rock- und Popmusik</b><br>Plakat für eine Ausstellung im Musée des arts décoratifs in Lausanne 1978, gestaltet vom Grafiker  Werner Jeker (Schweizerische Nationalbibliothek).<BR/>Die Ausstellung von Plattenhüllen und Plakaten veranschaulichte die Bezüge zwischen der bildenden Kunst und der Rock- und Popmusik. Die deformierte Vinylplatte ist eine Anspielung auf Apple Records, das von den Beatles 1968 gegründete Plattenlabel.<BR/>
Plakat für eine Ausstellung im Musée des arts décoratifs in Lausanne 1978, gestaltet vom Grafiker Werner Jeker (Schweizerische Nationalbibliothek).
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<b>Rock- und Popmusik</b><br>Zweites "Monsterkonzert" im Zürcher Hallenstadion, 1968  © KEYSTONE/Photopress.<BR/>Jimi Hendrix zusammen mit Schlagzeuger Mitch Mitchell und Bassist Noel Redding während des Konzerts vom 31. Mai 1968.<BR/>
Zweites "Monsterkonzert" im Zürcher Hallenstadion, 1968 © KEYSTONE/Photopress.
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<b>Rock- und Popmusik</b><br>Zweites "Monsterkonzert" im Zürcher Hallenstadion vom 31. Mai 1968  © KEYSTONE/Photopress.<BR/>Zuschauer versuchen die Bühne zu erklimmen. An der Wand hängt ein Werbeplakat der Jugendzeitschrift "Pop", des "Magazins der Pop-Generation".<BR/>
Zweites "Monsterkonzert" im Zürcher Hallenstadion vom 31. Mai 1968 © KEYSTONE/Photopress.
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Literatur
– J.-M. Büttner et al., «Rock und Chanson», in Musikleben in der Schweiz, hg. von D. Rosset, 1991
Action Rock-Guide, 1996-97
– S. Mumenthaler, BeatPopProtest, 2001
Musikszene Schweiz, hg. von C. Merki, 2009

Autorin/Autor: Christoph Ballmer