Simmenegg

Herrschaft und Adelssitz (1276 Simiecca) in der Gem. Boltigen BE. S. erscheint Anfang 14. Jh. als Reichslehen der Frh. von Weissenburg. Um 1300 zog Peter von Weissenburg seinen Schwiegersohn, den Emmentaler Frh. Thüring II. von Brandis, als Unterlehensträger bei, der sich 1337 mit S. ins Burgrecht der Stadt Bern begab. Noch 1354 waren Weissenburg und Brandis Träger des Reichslehens S.; nach dem Aussterben der Weissenburg 1368 fiel dieses ganz an die Brandis. Thüring III. von Brandis machte 1374 seinen Neffen Rudolf von Aarburg zum Erben, dem S. indes von Mangold von Brandis streitig gemacht wurde. Als sich die Landleute gegen Mangold erhoben, griff die Stadt Bern vermittelnd ein und sprach S. 1378 dem Aarburger zu, der 1385 mit Bern einen neuen Burgrechtsvertrag um die Herrschaft einging und sie 1391 an Bern verkaufte. Die Gerichtsrechte der Herrschaften S. und Laubegg wurden nun im bern. Niedergericht Boltigen als Teil der Kastlanei Obersimmental zusammengefasst und die Burg S. links der Simme dem Zerfall überlassen. Auch die nahe gelegene, urkundlich nicht bezeugte Burg Eichstalden ist heute eine Ruine.


Quellen
SSRQ Bern I/1 (Einleitung)
Literatur
Burgen und Schlösser der Schweiz, Berner Oberland 2, 1939, 17-19

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler