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Rossi, Domenico

geboren 28.12.1657 Morcote, gestorben 22.3.1737 Venedig, kath., von Morcote. Sohn des Francesco und der Caterina Sardi. Neffe des Architekten Giuseppe Sardi. Mit acht Jahren wurde R. seinen Onkeln mütterlicherseits in Venedig anvertraut. Er arbeitete in der Steinhauerwerkstatt seines Onkels Guiseppe Sardi, mit dem er seine ersten Bauwerke schuf, sowie in derjenigen von Baldassare Longhena. Mehrmals hielt sich R. in Rom auf, wo er wahrscheinlich Filippo Juvarra kennenlernte, der seinen Stil beeinflusste. In Venedig und im Friaul plante und erbaute R. - zumeist im Auftrag des venezian. Patriziats - Paläste, Villen, Kirchen und Kapellen. Im Dienst der Manin arbeitete er mit einer bewährten Gruppe, zu der der Altarbauer Giuseppe Pozzo, der Maler Louis Dorigny und der Stuckateur Abbondio Stazio zählten. Zu seinen Hauptwerken gehören die Fassade der Kirche San Stae (S. Eustachio, 1710-12) am Canal Grande und der Palazzo Corner della Regina (1723-30) in Venedig sowie der Entwurf neuer Pläne für die Villa Manin in Passariano (ab 1707). R. war zudem Stadtingenieur des Sanitätsrats (Magistrato della sanità) und der Münzstätte in Venedig und wirkte auch in den Kolonien der Republik (Griechenland, Istrien und Slowenien); in Ljubljana errichtete er die Kreuzritterkirche (S. Maria Ausiliatrice, 1714-16).


Literatur
– B. Caruso, «Domenico R.», in Ateneo veneto, 1989, Nr. 27, 165-178
– F. Lenzi, «Domenico R.», in Arte e storia, 2008, Nr. 4, 302-321

Autorin/Autor: Eliana Perotti / CN