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Frapolli, Lodovico

geboren 23.3.1815 Mailand, gestorben 25.4.1878 Turin (Selbstmord). F. stammte aus einer Familie aus Scareglia (Valcolla), die sich in Mailand niedergelassen hatte. Er brach die Militärkarriere ab, um in Paris Bergbau zu studieren. Der kosmopolitisch geprägte F. reiste, vielfach aus Studiengründen, nach Frankreich, Deutschland und Schweden. 1848 war er an der ital. Risorgimento-Bewegung und an der Röm. Republik beteiligt und war für diese auf Missionen in Paris. 1849 wurde er aus Frankreich ausgewiesen. F. beantragte Asyl im Tessin und erhielt dank seiner familiären Herkunft die Schweizer Staatsbürgerschaft. Bis 1853 blieb er im Tessin und war Mitarbeiter einiger liberaler Zeitungen. Er hatte engen Kontakt mit der Tipografia elvetica in Capolago sowie mit liberalen Exponenten des Tessins und der ganzen Schweiz. F. förderte den Bau der Strasse durch das Val Colla, setzte sich für die Schaffung des kant. Lyzeums ein und interessierte sich für Eisenbahnfragen. 1860-74 war er Abgeordneter im ital. Parlament und führte diplomat. und militär. Aufträge aus. Als Freimaurer war F. 1864 an der Gründung der Loge Grande Oriente d'Italia beteiligt und einer ihrer wichtigsten Führer.


Literatur
DBI, 50, 296-298
– L. Polo Friz, La massoneria italiana nel decennio postunitario, 1998

Autorin/Autor: Marco Marcacci / CN