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Etoy

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Polit. Gem. VD, Bez. Morges, La Côte. 1145 Stuie, 1228 Estue. 1764 318 Einw.; 1798 364; 1850 474; 1900 663; 1950 839; 1980 891; 2000 2'289. Jungsteinzeitl. Hammeraxt, Goldring aus der Latènezeit, röm. villa. Das Hospiz des Gr. St. Bernhard (Mont-Joux) besass in E. ab 1145 ein dem hl. Nikolaus geweihtes Priorat, das den Herren von Aubonne unterstellt war. Gewöhnlich lebten dort fünf bis sieben Mönche. Im 14. Jh. wurde das Priorat der direkten Verwaltung des Propstes von Mont-Joux unterstellt. Während der Reformation wurde es zerstört (nur der Kirchturm blieb stehen), und die säkularisierten Güter bildeten fortan die Herrschaft E., die Bern 1720 aufkaufte. Die 1228 erwähnte Pfarrei E. umfasste Lavigny (1453 30 Haushalte für beide Dörfer); nach der Reformation besass sie eine Filialkirche in Saint-Prex. Das von Leibeigenen der Kirche bewohnte Dorf E. wird schon 1215 erwähnt. Nach der Schaffung der Vogtei Aubonne 1701 wurde es dieser zugeteilt. E. hatte zwei Gerichte, eines hing von Bern ab, das andere wurde als Gericht des Priorats von E. bezeichnet. Zur Zeit der helvet. Republik gehörte die Gemeinde zum Bez. Aubonne, ab 1803 zum Bez. Morges. 1872 gründete der Primarlehrer Auguste Buchet das Heim L'Espérance für geistig Schwerbehinderte (heute eine sozialmedizin. Institution). Ausserhalb des Dorfes, neben der Autobahn und der Eisenbahnlinie Lausanne-Genf, befindet sich eine Industrie- und Gewerbezone mit einem grossen Möbelgeschäft (Pfister) und versch. Kleinunternehmen.


Literatur
– R. Faccini, E., Liz. Lausanne, 1974
HS IV/1, 260 f.

Autorin/Autor: Germain Hausmann / MS