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Ecublens (VD)

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Polit. Gem. VD, seit 1798 Bez. Morges. Die Gem. besteht aus den Dörfern Le Motty, welches das administrative und kirchl. Zentrum bildet, dem landwirtschaftlich geprägten Renges sowie den Weilern Bassenges, Villars, Epenex und dem Gut Dorigny. 958/959 in villa Escublens, 964 Scubilingis. Durch das Gebiet des westl. von Lausanne gelegenen Vororts verlaufen die Kantonsstrasse im Süden und die Nationalstrasse A1 im Norden. 1416 38 Feuerstätten; 1764 268 Einw.; 1798 413; 1850 613; 1900 777; 1950 1'269; 1960 2'240; 1970 6'379; 2000 10'227.

Hallstattzeitl. Grab in Dorigny, drei bronzezeitl. Gräber in Valeyre und mehrere aus der Latènezeit in Bassenges und Valeyre. Undatierte Motte im Norden der Gem. an einem Ort, der Château-de-la-Motte genannt wird. Ein Zusammenhang mit den in der Nähe gemachten römerzeitl. Funden ist nicht nachgewiesen. Im 10. Jh. gehörte E. zum Territorium von Renens. Unter Berner Herrschaft war E. Teil der Vogtei Lausanne und wurde eine Kastlanei mit Gerichtshof. 1803 Kreishauptort. 1909 wurde der Generalrat durch einen Kommunalrat (Legislative) ersetzt, und die modernen Parteien kamen auf. 1135 bestand in E. eine zum Priorat Saint-Sulpice gehörende Kapelle, die 1228 als dem hl. Petrus geweihte Pfarrkirche erscheint. 1453 war sie wieder Filialkirche von Saint-Sulpice. Nach der Reformation umfasste die Kirchgem. E. auch die Gem. Saint-Sulpice und das Dorf Chavannes, dieses bis 1966. Das urspr. Bauern- und Winzerdorf erlebte seit den 1960er Jahren eine beeindruckende Bevölkerungszunahme, die einen regen Wohnungsbau nach sich zog. Ausserdem verzeichnete die Gem. den Zuzug mehrerer Grossunternehmen: 1959 die Socsil AG, 1962 die Socorex-Isba AG, 1964 die Nokia-Maillefer AG und die Sapal AG, 1970 die A.R.L. AG (Labor), 1972 die Thévenaz-Leduc AG und Sirec AG sowie 1979 die Migros-Waadt (Verwaltung). In der Umgebung des 1770 von Etienne de Loys erbauten Schlosses liess sich ab 1970 die Univ. Lausanne mit der Kantons- und Universitätsbibliothek nieder. 1977 folgte ihr die Eidg. Techn. Hochschule Lausanne. Zusammen belegen sie heute ein Fünftel des Gemeindegebiets.


Literatur
"E. raconte!", hg. von P. Rossel et al., 1998

Autorin/Autor: François Béboux / MF