Echichens

Politische Gemeinde VD, Bezirk Morges, am Rebhang oberhalb von Morges und Genfersee gelegen, dazugehörend die Weiler Joulens und Le Vernay sowie seit 2011 Colombier (VD), Monnaz und Saint-Saphorin-sur-Morges. 1131 Chichens. 1764 140 Einw.; 1850 300; 1900 358; 1950 393; 1970 637; 2000 1'119. Bei Joulens wurden Reste einer Villa und röm. Münzen gefunden. Ab dem 12. Jh. besassen das Domkapitel von Lausanne und die Prämonstratenserabtei von Lac de Joux umfangreiche Güter bei E. Die Herrschaft E. mit niederer und mittlerer Gerichtsbarkeit gehörte den Herren de Cossonay. Vom 14. bis zum 16. Jh. wurde sie in mehrere Lehen aufgeteilt. 1610-1777 war die Herrschaft im Besitz der Fam. Du Gard, dann kam sie durch Kauf an die Stadt Morges und schliesslich durch das Zugrecht an Bern. Unter Berner Herrschaft gehörte E. bis 1798 zur Vogtei Morges. In dörfl. Angelegenheiten entschied die Versammlung der Dorfgenossen. E. gehörte zur Pfarrei Joulens (Marienpatrozinium). Die seit 1173 im Besitz des Domkapitels nachgewiesene Kirche war bis zur Reformation auch Pfarrkirche von Morges, danach waren die Einwohner von E. nach Morges kirchgenössig. Die jetzige Kirche wurde 1893-94 gebaut. E. ist seit der Eröffnung der Autobahn (1964) v.a. eine Wohngemeinde mit etwas Ackerbau, Weinbau und Kleingewerbe. In der Gemeinde liegen zwei soziale Einrichtungen (Ecole Pestalozzi, Cité radieuse) sowie seit 1933 ein Altersheim. 1985 eröffnete die Gemeinde eine Mehrzweckhalle. 1989 kaufte sie für die Gemeindeverwaltung das Wirtschaftsgebäude von Schloss Echichens.


Literatur
– M. Rochat, E. à travers les âges, 1993

Autorin/Autor: Thérèse Forbes-Jaeger / AW