Echandens

Polit. Gem. VD, seit 1798 Bez. Morges. Die Gem. besteht aus dem Dorf E. und dem Weiler Les Abbesses. 1164 Scandens. 1764 210 Einw.; 1850 354; 1888 299; 1900 411; 1950 477; 1960 593; 1970 1'080; 1990 2'135; 2000 2'085. Bronzezeitl. Siedlungsspuren, Gräberfeld aus der Latènezeit, Funde aus der Römerzeit und dem FrühMA. 1196 gehörte die Hälfte der Herrschaft E. dem Lausanner Domkapitel; Bern überliess sie nach der Reformation dem Spital von Morges. Die andere Hälfte war in der Hand des Bischofs, der damit die Edlen von E. belehnte. Später besassen versch. Fam. die Herrschaft. Das Schloss wurde um die Mitte des 16. Jh. über den Grundmauern eines älteren Gebäudes errichtet. Ab 1536 gehörte E. zur bern. Vogtei Morges. Verwaltet wurde E. durch die Gemeindeversammlung. 1942 wurde der Generalrat durch einen gewählten Gemeinderat (Legislative) ersetzt. 1228 wird E. als Pfarrei erwähnt, aber bereits 1285 hatte es diese Funktion nicht mehr und ist seither der Pfarrei Lonay zugeteilt. Die jetzige Kirche stammt aus den Jahren 1728-29. Am Ufer der Venoge wurden 1811-53 zwei kant. Pulvermühlen gebaut. In der 1822 zum ersten Mal genannten Getreidemühle richtete sich 1896-1907 die Schokoladenfabrik Kohler ein. Die zu Lagerhallen umgebauten Räumlichkeiten beherbergten ab 1919 die Druckerei Nestlé und ab 1988 die Druckerei Roth & Sauter (Presses de la Venoge SA). E. liegt an der Eisenbahnlinie Lausanne-Genf und besitzt seit 1855 einen Bahnhof. Bis in die 1960er Jahren lebten die Einwohner v.a. vom Wein- und Obstbau sowie von der Landwirtschaft. Wegen der günstigen Lage - E. befindet sich in der Nähe von Lausanne und Morges sowie unweit der Autobahn - vergrösserte sich die Einwohnerzahl ab 1960 erheblich.


Literatur
– P. Delacrétaz, Les vieux moulins du Pays de Vaud et d'ailleurs, 1986, 74 f.

Autorin/Autor: François Béboux / AW