Denges

Polit. Gem. VD, seit 1798 Bez. Morges, am rechten Ufer der Venoge. 1107-11 apud Dangias, 1164 Denges. 1402 ca. 16 Feuerstätten; 1596 ca. 15; 1764 127 Einw.; 1798 185; 1850 204; 1900 213; 1950 281; 1970 693; 2000 1'109. 1184 besassen der Bischof und das Domkapitel von Lausanne Lehen in D. Ausserdem waren hier noch die Abteien Lac de Joux und Bellevaux sowie das Priorat Saint-Sulpice, das den dörfl. Backofen gestiftet hatte, begütert. Von 1536 bis 1798 gehörte D. zur bern. Vogtei Morges und unterstand dem dortigen Kastlaneigericht. Das Dorf wurde von der Versammlung der Gemeindemitglieder verwaltet. 1969 wurde der Generalrat abgeschafft und ein gewählter Gemeinderat als Legislative eingesetzt. D. gehörte stets zur Pfarrei Lonay. Die im 17. Jh. erbaute Kapelle wurde 1775 durch das Gemeindehaus ersetzt. Die jetzige Kapelle wurde 1973 erstellt. Ab 1855 durchquerte die Eisenbahnstrecke Morges-Yverdon das Gemeindegebiet, aber erst 1890 wurde eine Haltestelle an der Strecke Genf-Lausanne eingerichtet. Der SBB-Rangierbahnhof, der 1969 auf einer Fläche von 17 ha (= 10% des Gemeindegebiets) angelegt wurde, ein neues Wohnviertel und eine Gewerbezone haben das einstige Acker- und Weinbauerndorf stark verändert. Der Schützenverein (heute Abbaye des fusiliers) wurde 1585 gegründet.


Literatur
– H. Reymond, J. Rochat, D., 1985

Autorin/Autor: François Béboux / AW