24/02/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken

Colombier (VD)

Polit. Gem. VD, seit 1798 Bez. Morges. 937 Columbaris. 1764 241 Einw.; 1798 309; 1850 363; 1870 409; 1900 375; 1950 285; 1970 251; 2000 456. C. gehörte zu den Gütern von Vullierens, das der Baronie von Cossonay unterstand. Die Herrschaft war vom 13.-16. Jh. in der Hand der Fam. de C., danach der Fam. d'Allinges und schliesslich der Fam. Crinsoz. 1765 wurde sie an die Stadt Lausanne verkauft. Vom ersten Schloss ist nichts übrig geblieben; das zweite, um 1500 gebaute Schloss wurde im 17. und 18. Jh. renoviert. Unter Berner Herrschaft gehörte C. zur Vogtei Morges und wurde von einem zehnköpfigen Rat verwaltet. 1803 wurde die Gem. Kreishauptort. Die Pfarrkirche St. Martin unterstand Anfang des 12. Jh. dem Erzbischof von Besançon, 1323-1536 gehörte sie zum Kloster Romainmôtier. Die möglicherweise im 11. Jh. erbaute Kirche wurde mehrmals umgebaut und renoviert. Während der Reformationszeit verlor C. den Status einer Pfarrei und wurde Vullierens angeschlossen (1536-1727 und 1845-63). Zusammen mit Saint-Saphorin-sur-Morges bildete C. 1727-1845 ein Vikariat. Seit 1863 ist C. wieder eine Kirchgem., die jedoch erst 1896 einen eigenen Pfarrer erhielt. 2000 stellten Landwirtschaft und Weinbau ca. einen Drittel der Arbeitsplätze in C. 1801 wurde das Rathaus gebaut, 1841 die Schule, 1877 das Kollegium "d'en haut", 1970 die Kläranlage (zusammen mit Cottens) und 1980 das neue Gemeindehaus.


Literatur
C. en Pays de Vaud fête ses mille ans, 1987

Autorin/Autor: François Béboux / BE