23/02/2010 | Rückmeldung | PDF | drucken

Savigny

Polit. Gem. VD, Bez. Lavaux-Oron, am Übergang vom Lavaux zum Jorat auf über 900 m gelegen. Sie umfasst die Weiler Mollie-Margot, La Goille, Le Martinet und La Claie-aux-Moines und wird von einer lockeren Streusiedlung überzogen. Ein Dorfkern bildete sich erst nach der Trennung von Lutry 1823. 1224 Savignie. 1550 179 Einw.; 1764 507; 1821 925; 1850 1'042; 1900 1'072; 1950 980; 1980 2'339; 2000 3'084. Der Name S. geht wahrscheinlich auf die Benediktinerabtei S.-en-Lyonnais zurück, der das Priorat Lutry unterstand. Vor 1494 gründete der Lausanner Bf. Aymon de Montfalcon in S. ein Kloster des Dritten Ordens des hl. Franziskus, das 1536 säkularisiert wurde. S. bildete 1228 mit seiner Kirche Sainte-Marie-Madeleine eine Pfarrei, wurde in der Reformation als Filiale der Kirchgemeinde Lutry angegliedert, jedoch 1598 zusammen mit Forel (Lavaux) wieder zur eigenständigen Kirchgemeinde erhoben. Eine im 14. Jh. belegte Kapelle gehörte sowohl zum Priorat als auch zur Pfarrkirche Lutry. Das Gebiet wurde ab dem 13. Jh. urbarisiert, zuerst von Siedlern aus Hochsavoyen und den Tälern der Lombardei, später aus dem Berner Oberland. Die Bauern von Les Monts waren lange Zeit den Winzern von Lutry untergeordnet, trennten sich aber 1823 von ihnen und errichteten die polit. Gemeinde S., die bis 2006 dem Bez. Lavaux angehörte. Mit dem Bau der Strasse Lausanne-Oron 1835-44 und einer Tramlinie 1902 siedelten sich in der auf Ackerbau, Viehzucht und Waldwirtschaft ausgerichteten Gem. auch Handwerk und Kleinindustrie an. Nach der Eröffnung der Autobahn A9 1974 entwickelte sich S. in den 1980er Jahren zu einer Wohngemeinde der Agglomeration Lausanne. 2005 stellte der 1. Sektor noch 20% der Arbeitsplätze in S. 2000 waren rund drei Viertel der erwerbstätigen Bevölkerung Pendler.


Literatur
La vie et l'histoire de S., 1977
– L.-D. Perret, Lutry sous le régime bernois, 2000

Autorin/Autor: Louis-Daniel Perret / ANS