• <b>Jean de Sacconay</b><br>Der Sieger der Schlacht von Villmergen 1712. Öl auf Leinwand von  Emanuel Handmann,   1766 (Bernisches Historisches Museum). Handmann malte dieses Bild für die Galerie der Stadtbibliothek Bern nach einem Porträt aus dem Jahr 1729.

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Sacconay, Jean de

geboren 23.9.1646 wahrscheinlich in Bursinel, gestorben 27.7.1729 Lausanne, ref., von Bursinel und Bern (1713 Metzgerzunft). Sohn des Marc Michel (gestorben 1659), Offiziers in franz. Diensten, und der Claire Turrettini. Enkel des Francesco Turrettini. ∞ 1) 1680 Marie Le Cordelier de Chenevière (gestorben 1706), Französin, 2) 1707 Louise de Chandieu-Chabot, Tochter des Frédéric. Pensionär in Genf, 1659-62 Aufenthalt in Bern. 1665 Eintritt in franz. Dienste, 1671 Fähnrich, 1673 Leutnant, 1676 Kapitänleutnant und 1679 Besitzer einer Kompanie des Regiments Stuppa-Jeune. S. verliess 1693 die franz. Truppen aus Protest gegen die Verfolgung der Hugenotten und trat 1694 als Oberstleutnant des Regiments Mülinen in niederländ. Dienste. Wilhelm III. vertraute ihm ein Regiment an, das seinen Namen trug. 1705 wurde S. endlich Brigadier, worauf er 1706 demissionierte. Ende 1707 befehligte er die Truppen des preuss. Königs in Neuenburg. Bern ernannte ihn zum ersten Generalleutnant und während des 2. Villmergerkriegs 1712 zum Oberbefehlshaber der Armee. Nach dem Sieg der Berner erhielt S. das Berner Bürgerrecht, einen Sitz im Grossrat und 1722 die Vogtei Oron, die er bis 1728 innehatte. In seinen Memoiren (1659-1716) schildert er sein Leben als Soldat ohne Beschönigung. Er beschreibt sowohl den Neid zwischen Offizieren, finanzielle Schwierigkeiten, als auch die Freude über die Geburt seines Sohnes 1714. S. kämpfte im Piemont, in Sizilien, in Katalonien, in Flandern und in den Niederlanden. Den Urlaub verbrachte er im Schloss von Bursinel oder in Genf. 1698 nahm er Frau und Töchter in die Niederlande mit. S. war ein sehr sorgfältiger Organisator, so verfasste er etwa für sein Regiment ein Reglement auf Französisch und Deutsch. Er war auch ein mutiger, mehrmals verwundeter Kämpfer, ein guter Stratege, der sich seinen Vorgesetzten oft widersetzte, gelegentlich ein Höfling, und ein treuer Interessenvertreter Berns.

<b>Jean de Sacconay</b><br>Der Sieger der Schlacht von Villmergen 1712. Öl auf Leinwand von  Emanuel Handmann,   1766 (Bernisches Historisches Museum).<BR/>Handmann malte dieses Bild für die Galerie der Stadtbibliothek Bern nach einem Porträt aus dem Jahr 1729.<BR/>
Der Sieger der Schlacht von Villmergen 1712. Öl auf Leinwand von Emanuel Handmann, 1766 (Bernisches Historisches Museum).
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Archive
– ACV, Nachlass Watteville
Literatur
– A.C. Kurz, Jean de S., 1646-1729, Diss. Bern, 2 Bd., 1985, (NB)
– L. Hubler, «Jean de S.: fragments de vie privée», in Clio dans tous ses états, 2009, 157-166

Autorin/Autor: Lucienne Hubler / BE