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Roost, Heinrich

geboren 25.5.1872 Beringen, gestorben 9.6.1936 Bern, ref., von Beringen. Sohn des Heinrich, Instruktionsoffiziers der Infanterie, und der Barbara geb. Bollinger. Neffe des Heinrich Bollinger. ∞ 1) Isaline Ruchonnet, Tochter des August Alfred, 2) Anna Ehrensberger, Tochter des Jakob. Matura in Schaffhausen, Banklehre. Berufstätigkeit im Welschland. Ausbildung an der militärwissenschaftl. Abteilung des eidg. Polytechnikums Zürich. 1896-1918 Instruktionsoffizier der Infanterie, 1908-10 Kommandant des Infanteriebataillons 98, 1909 abkommandiert zur österr. Armee, 1913 Kommandant der Mitrailleurabt. 2 und 1914-15 des Infanterieregiments 25, 1914 Stabschef des 3. Armeekorps und 1917-18 der 6. Division, 1918-21 Kommandant der Infanteriebrigade 12, 1919 Sektionschef der Generalstabsabteilung, 1920-23 Waffenchef der Infanterie, 1922-23 Kommandant der 3. Division, 1923-36 Chef der Generalstabsabteilung. Ab 1906 Generalstabsoffizier, 1908 Major, 1913 Oberstleutnant, 1918 Oberst, 1922 Divisionär, 1928 Korpskommandant. R.s vordringl. Aufgabe als Generalstabschef bestand in der Auswertung der Erfahrungen der Armeen aus dem 1. Weltkrieg und die daraus erfolgende materielle und organisator. Anpassung der Schweizer Truppen an neue Kriegsmittel und Kampfformen, u.a. die Vorbereitung der Truppenordnung 1924, die Beschaffung des leichten Maschinengewehrs, die Neuordnung der Flugwaffe und des Motorwagendienstes, die Verstärkung der Infanteriebewaffnung mit schweren Waffen, die Neubewaffnung der Artillerie, die Neuordnung der Ausbildung, der Ausbau des Grenzschutzes und die Ausarbeitung der Truppenordnung 1938. Im Sommer 1933 wurde R. in den Westschweizer Medien für eine Verzögerung der Armeereform verantwortlich gemacht. In der Folge nahmen ihn jedoch Henri Guisan und Rudolf Minger in Schutz.


Literatur
– K. Bächtold, «Heinrich R.», in SchBeitr. 34, 1957, 316-320
– H.R. Kurz, Gesch. der Schweizer Armee, 1985, 95-98
Generalstab 6, 105-109, 147-151; 8, 302

Autorin/Autor: Peter Müller-Grieshaber