09/01/2007 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Grandvaux

Polit. Gem. VD, seit 1798 Bez. Lavaux. Die Gem., die sich vom Ufer des Genfersees bis hin zum 795 m hohen Signal de G. erstreckt, umfasst das Dorf G. und einige Weiler, darunter Curson, sowie Wälder am Jorat. 1250 de Gravaz, 1445 Grandvaulx. 1764 401 Einw.; 1798 340; 1850 623; 1900 677; 1950 799; 1980 1'272; 2000 1'937. Reste einer röm. Siedlung wurden in Le Muret entdeckt. 1274 traten Guillaume und Jean d'Ecublens ihre Rechte dem Bf. von Lausanne ab, der trotz der Begehrlichkeiten der Gf. von Genf dominierender Grundherr in G. blieb. Die Herren von Greyerz hatten 1270 ihre Rechte an das Kloster Hautcrêt verkauft. G. und Curson bildeten zwei der acht Viertel (quarts) der Grossgemeinde Villette. 1282 hatten die Bürger Freiheiten erworben, sich in der Bruderschaft vom Hl. Geist organisiert und einen Präsidenten, einen Gouverneur, einen Säckelmeister und einen Verantwortlichen für das Armenwesen bestimmt. In den Räten von Villette stellte das Viertel G. zehn Sitze. 1536-1798 war G. Teil der Landvogtei Lausanne. Die Gem. entstand 1826 nach der Aufteilung von Villette durch den Zusammenschluss der beiden Viertel G. und Curson. Kirchlich war G. bis 1837 Filialkirche von Villette. Die Kapelle Saint Nicolas aus dem 14. Jh. wurde nach der Reformation 1540 zweckentfremdet, der Kirchturm wurde von der Gem. genutzt. Die mehrfach restaurierte Pfarrkirche stammt von 1635. Mehrere Fam. (Maillardoz, La Crausaz, Baussan, Buttin de Loës) besassen Landsitze in G. Anfang des 21. Jh. betrieben 40 Fam. auf ca. 60 ha Land Weinbau (seit dem MA belegt). Die Bahnstation der Linie Bern-Lausanne wurde 1862 eingerichtet. Mit dem Bau von Einfamilienhäusern wandelte sich G. zur Wohngemeinde. 1977 wurde eine neue Schulanlage und 1984 eine Mehrzweckhalle erstellt. 2005 lehnten die Stimmberechtigten von G. eine Vereinigung mit Villette, Cully, Riex und Epesses ab.


Literatur
– M. Grandjean, Les temples vaudois, 1988, 57
– C.C. Rochat, G., 1989

Autorin/Autor: Louis-Daniel Perret / AL