06/01/2003 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Epesses

Polit. Gem. VD, seit 1798 Bez. Lavaux, 1824 durch die Teilung der Grossgemeinde Villette entstanden. Strassendorf inmitten von Rebhängen, das von den Ufern des Genfersees bis auf etwa 850 m ansteigt und die beiden Weiler Crêt-Dessus und Crêt-Dessous sowie einzelne Bauernhöfe umfasst. 1453 Espesses. 1764 243 Einw.; 1850 382; 1900 419; 1950 403; 2000 308. Überreste einer Römerstrasse und einige Münzfunde. Im 13. Jh. gehörte das Dorf der Benediktinerpropstei Lutry, die in E. durch einen Meier vertreten war. 1464 wurden die Einwohner von der Steuer befreit. In der Berner Zeit (1536-1798) bildete der Ort einen der quarts (Viertel) der zur Vogtei Lausanne gehörigen Grossgemeinde Villette, wobei E. zwei Drittel zählte und Crêt ein Drittel. Die im MA gegründete Bruderschaft überliess das Gebiet 1824 der Gemeinde. Die Kapelle Saint-Jacques (14.-16. Jh.) war eine Filiale der Pfarrei Villette. Seit 1766 gehört E. zur Pfarrei Cully. Durch E. führen zwei Eisenbahnlinien (1862 Lausanne-Bern, 1864 Haltestelle der Simplon-Linie), eine Hauptstrasse sowie eine Autobahn. Seine Bewohner widmen sich zu grossen Teilen dem Rebbau und erzeugen gefragte Weine (v.a. Chasselas).


Autorin/Autor: Germain Hausmann / EM