Paudex

Polit. Gem. VD, Bez. Lavaux-Oron. Sehr kleine Gem. (49 ha) am Genfersee zwischen Pully und Lutry. 1220 Paudais. 1764 76 Einw.; 1798 149; 1870 216; 1950 453; 2000 1'403. 1768 wurde ein Meilenstein aus der Zeit des Antoninus Pius entdeckt. Das Gut Bochat wird ab 1233 erwähnt. Ab 1385 war P. eine Dorfgenossenschaft. Rechtlich und militärisch hing die Gem. vom Bf. von Lausanne ab, verwaltet wurde sie von Lutry. Das Priorat Lutry besass versch. Rechte im Ort. Während der Berner Herrschaft unterstand P. der Vogtei Lausanne. Das zuerst Pully angegliederte Dorf hatte erst ab 1721 eigene Gemeindebehörden. 1798-2006 gehörte die Gem. zum Bez. Lausanne. Nach der Reformation war P. Teil der Kirchgem. Pully. Bis ins 20. Jh. wurde Rebbau betrieben; heute ist P. eine Wohngemeinde, in der nur noch die Gemeinderebberge von Saint-Maire (0,6 ha) übrig sind. Die Kohlenmine La Paudèze wurde 1771-1870 und zwischen 1894 und dem 2. Weltkrieg ausgebeutet. Im 18. Jh. gab es Glasbläserei. 1966 ersetzte ein Gemeinderat (Legislative) die Gemeindeversammlung, ein fünfköpfiges Gremium stellt die Exekutive. Das 1968 eingeweihte Mehrzweckgebäude enthält eine Schule, eine ökumen. Kapelle und einen Theatersaal. Der Ort liegt an der Buslinie Lausanne-Lutry.


Literatur
– A. Claude, Un artisanat minier, 1974
– A. Schmutz, La commune politique de P., 1988

Autorin/Autor: André Schmutz / BE