Mont-sur-Lausanne, Le

Polit. Gem. VD, Bez. Lausanne, im Norden der Agglomeration Lausanne und am Rande der Wälder des Jorat gelegen. Die Gem. umfasst die Ortsteile Le Petit-Mont, Le Grand-Mont und Les Planches. 1237 Monte super Lausannam. 1764 514 Einw.; 1798 658; 1850 1'000; 1900 1'099; 1950 1'383; 1970 2'692; 2000 5'182. In Le Châtelard wurden Reste einer Fluchtburg gefunden, die allerdings nicht datiert werden konnten. Zwei Gräberfelder in Rionzi sowie in Champ Baron und Les Condémines stammen aus dem FrühMA. Im MA gehörte das in mehrere kleine Lehen aufgeteilte Le M. dem Bf. von Lausanne. 1536-1798 war es Teil der Berner Vogtei Lausanne, danach des Bez. Lausanne. Im 18. Jh. wurde die Gem. durch einen grand gouverneur und einen maréchal verwaltet sowie durch drei petits gouverneurs, die jeweils einem Ortsteil vorstanden. Militärisch gehörten die Bewohner zur Stadt Lausanne. Die Kapelle Johannes Evangelista, Filiale der Pfarrei St. Paul von Lausanne, lag unweit des heutigen Friedhofs. Nach der Reformation wurde Le M. eine selbstständige Pfarrei, die jedoch 1545-1811 keinen eigenen Pfarrer hatte. Die heutige Kirche in Coppoz stammt von 1797, das Pfarrhaus wurde 1835 gebaut. 1906 verband eine Tramlinie Le M. mit der Stadt Lausanne. Die Mehrzweckhalle von Le Petit-Mont wurde 1955 eingeweiht, der neue Verwaltungs- und Schulkomplex 1991. Seit 1960 wurde das Bauerndorf immer mehr zu einem Wohn- und Industriegebiet. Es entstanden die Villenquartiere Le Petit-Mont, Les Planches und La Perrause sowie die Industriezonen von Rionzi, Budron und La Clochatte. 2005 liess sich die International School of Lausanne in Le M. nieder (2007 600 Schüler).


Literatur
– M. Fontannaz, Les cures vaudoises, 21987, 245-248
– M. Grandjean, Les temples vaudois, 1988, 303-307
– R. Curtat, Le M., 1991
Le M., 2003

Autorin/Autor: François Béboux / SK