Jouxtens-Mézery

Polit. Gem. VD, seit 1798 Bez. Lausanne, bestehend aus Jouxtens und Mézery am westl. Stadtrand von Lausanne. Vor 1185 Jotens, 929 Masiriaco. 1562 10 Feuerstätten; 1620 8; 1764 121 Einw.; 1798 122; 1850 176; 1900 236; 1950 245; 2000 1'145. In Mézery befinden sich die Überreste eines bedeutenden röm. Gutshofs mit Bädern (Münzen von Augustus bis Konstantin). Seit dem 10. Jh. wird Weinbau betrieben. Im MA gehörte J. dem Kapitel von Lausanne. Gemäss einem Register von 1442 leisteten die Männer unter dem Banner von Palud Dienst. Unter Berner Herrschaft bildete die Dorfgemeinschaft einen Teil der Vogtei Lausanne. Jouxtens unterstand der Gerichtsbarkeit von Lausanne, während Mézery Sitz eines herrschaftl. Gerichts war, das ab 1698 die Fam. de Crousaz innehatte. Die Gem. J. baute 1754 einen Glockenturm, 1839 eine Schule (1889 vergrössert) und 1939 ein Gemeindehaus. J. gehört seit jeher zur Pfarrei von Prilly (1976 Einweihung einer Kapelle). 1887 wurde ein Bahnhof an der Linie Lausanne-Echallens-Bercher errichtet. Als das Anwachsen der Lausanner Agglomeration den Charakter der Gem. zu verändern drohte, reagierten die Bevölkerung und die Behörden, indem sie J. zum Wohn- und Erholungsgebiet erklärten (Verbot von Überbauungen, 1980 Zonenplan zur Eindämmung des Baus von Einfamilienhäusern).


Literatur
– L. de Constant d'Hermenches, Notice historique sur les peintures de la boiserie transportée en 1808 du château d'Hermenches au château de Mézery, 1873
– P. Rüedi, J., 1967

Autorin/Autor: François Béboux / SK