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Epalinges

Polit. Gem. VD, seit 1798 Bez. Lausanne. Von der Gem. Lausanne umschlossen besteht E. aus E.-Village, Les Croisettes, La Croix-Blanche und mehreren Weilern. 1182 de Spanengis. 1550 13 Haushalte; 1709 219 Einw.; 1764 361; 1798 508; 1850 759; 1900 717; 1950 863; 1970 3'844; 2000 7'516. Im MA bildete E. zusammen mit Sugnens eine Pfründe des Domkapitels von Lausanne. Ab 1384 gehörte E. zum Gerichtsbez. Lausanne, militärisch zum Banner von Bourg. 1536 kam E. unter Berner Herrschaft. Eine Gemeindeorganisation wird erstmals 1454, ein Gemeindevorsteher 1563 erwähnt. 1662 wurde eine Kirche gebaut und die Pfarrei Les Croisettes gegründet. E. besass lange zwei Zentren: Village (Schule und 1709 erstmals erwähntes Gemeindehaus) und La Croix-Blanche (Kirche und Schule). Mit dem Bau eines grossen Saals 1970 und dem Umzug der Gemeindeverwaltung in die ehemalige Herberge 1975 wurde La Croix-Blanche zum Mittelpunkt von E. Die seit dem 13. Jh. erwähnte und ab dem 17. Jh. stark genutzte Strasse Lausanne-Bern, die E. durchquert, wurde von der Gemeinde unterhalten und brachte ihr Einnahmen. 1673 wurden am Ufer des Flon eine Mühle und eine Sägerei betrieben. Die Ziegelei Lädermann war 1675-1875 in Betrieb. Seit 1902 ist E. an das Tramnetz von Lausanne angeschlossen. 1916 wurden zwei Kliniken eröffnet, in denen erstmals Tuberkulose im Flachland behandelt wurde. 1943 erwog E. die Eingemeindung nach Lausanne, doch das Vorhaben wurde 1947 fallen gelassen. Mit den Gemeindewahlen von 1973 traten die polit. Parteien auf den Plan (Sozialdemokraten, Freisinnige, Liberale). E. war bis 1950 landwirtschaftlich geprägt und ist heute Wohngemeinde mit Mietshaus- sowie Villenvierteln.


Literatur
– D. Cabanis-Anex, E. au Moyen Age, 1984
– J. Schnetzler, La commune d'E. de l'indépendance vaudoise à 1950, 1987
– R. Matzinger, E. sous l'Ancien Régime, 1989
– F. Michon, L'urbanisation d'E. (1950-2000), 2003

Autorin/Autor: François Béboux / KMG