Gachet

Burgergeschlecht von Payerne, zu den herrschenden Fam. gehörig, erloschen 1812. Ein 1557 von Nicolas in Bern begründeter Zweig (erloschen 1885) deutschte den Namen in Gatschet ein. Verbindungen lassen sich wohl zu den G. von Constantine (erloschen im 17. Jh.), zu den G. von Grandcour (bezeugt ab 1431) und selbst zu Nicolas, Pfarrer von Yvonand (1515-36), herstellen. Die Fam. wird erstmals 1389 in Payerne mit Junker Humbert erwähnt. Bis 1722 stellten die G. regelmässig Bannerherren und Schultheissen von Payerne. Ihren Höhepunkt erreichte die Fam. im 16. und zu Beginn des 17. Jh.: Jean Amédée (1544 Bannerherr, 1563-73 Schultheiss) heiratete die Tochter des Adligen Guillaume de Regnault; diese brachte das Lehen von Bellevaux (Neuenburg) in die Ehe ein, das die Fam. bis 1593 hielt. Die G. besassen Lehen in Trey, Donneloye, Chandon, Grandvaux und Payerne. Ehel. Verbindungen wurden v.a. mit bedeutenden Fam. aus der Oberschicht eingegangen. Ein mit den Namen der G. von Payerne und jener von Bern verziertes Glasfenster von 1719 zeugt von den engen Bindungen, die zwischen den beiden Familienzweigen angedauert haben. In Payerne setzte der Niedergang um 1730-40 ein; in einem Verzeichnis der herrschenden Fam. von Payerne aus dem Jahre 1788 wird das Geschlecht nicht mehr aufgeführt.


Literatur
– D.L. Galbreath, Armorial vaudois 1, 1934, 261-263

Autorin/Autor: Gilbert Marion / AHB