• <b>Fiez</b><br>Kirche und Pfarrhaus, 1832. Kolorierte Radierung von  Samuel Weibel (Musée historique de Lausanne).

Fiez

Polit. Gem. VD, seit 1798 Bez. Grandson. Dorf am Jurafuss, am rechten Ufer des Arnon; Enklave nördlich des Chasseron mit mehreren Alphütten. 885 Figiaco. 1416 40 Haushalte; 1798 248 Einw.; 1850 337; 1900 399; 1950 270; 1970 209; 2000 345. Überreste einer röm. Villa (mit kleiner Löwenskulptur). Im 9. Jh. war F. königl. Gut; dann ging es an den Bf. von Lausanne über, danach an die Herrschaft Grandson, schliesslich gelangte es durch eine Schenkung an das Priorat Saint-Jean-Baptiste in Grandson, in dessen Besitz es bis zur Reformation verblieb. 1476-98 war F. das dörfliche Zentrum eines Meieramts in der gemeinen Vogtei Grandson mit Gericht und Rat (Conseil général). Die Gem. wurde von der Gemeindeversammlung verwaltet. Die Kirche Saint-Clement, Pfarrkirche ab dem 12. Jh., wurde 1596 und 1716-17 umgebaut. Eine Papiermühle ist vom Ende des 15. Jh. bis mindestens 1570 bezeugt, eine andere wird 1738 erwähnt. Im 18. Jh. gab es in F. eine Färberei, im 19. Jh. eine Schokoladefabrik. Ende des 20.Jh. arbeitete die Bevölkerung in der Landwirtschaft oder in Yverdon und Grandson.

<b>Fiez</b><br>Kirche und Pfarrhaus, 1832. Kolorierte Radierung von  Samuel Weibel (Musée historique de Lausanne).<BR/>
Kirche und Pfarrhaus, 1832. Kolorierte Radierung von Samuel Weibel (Musée historique de Lausanne).
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Literatur
– V.H. Bourgeois, Au pied du Jura, 1906 (31982)
– M. Bossert, «Le lion sur la fontaine de F. (VD)», in JbSGUF 73, 1990, 95-111
Le livre à Lausanne, hg. von S. Corsini, 1993, 234 f.

Autorin/Autor: Philippe Heubi / AA