• <b>Sulzer</b><br>Plakat für Kreiselpumpen und Dieselmotoren der Firma Gebrüder Sulzer in Winterthur, um 1920 (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste). Das Unternehmen eröffnete nach 1900 Verkaufsbüros in Kairo und Alexandria. Es erhielt von der ägyptischen Regierung einen grossen Auftrag für die zwischen 1915 und 1920 erfolgte maschinelle Einrichtung von Bewässerungsanlagen. Für ihre Werbung benutzte die Firma die Ikonografie der Heiligen Drei Könige, um die arabischen Kunden abzubilden, welche sich für ihre Produkte interessierten.

Sulzer

Winterthurer Ratsherrengeschlecht. Im 13. Jh. gab es ein kyburg. Dienstmannengeschlecht, das sich von Sulz oder S. nannte. Im 14. Jh. trug ein Bürgergeschlecht im Städtchen Kyburg den Namen S. und um 1400 ein Bauerngeschlecht in Hettlingen. Ob die Winterthurer S. mit diesen verwandt sind, lässt sich nicht nachweisen. Jedoch sind bereits im 14. Jh. mehrere Mitglieder der Kyburger Fam. in Winterthur zu Einfluss gekommen. Sie liessen sich einbürgern und stellten mit Heinrich 1358-59 ein Ratsmitglied. Von den Winterthurer S. wird erstmals 1409 Eberhardus (auch Eberli) als Mitglied im Rat der Vierzig erwähnt. Ab dem 16. Jh. bestanden in Winterthur zehn Familienlinien, bis 1931 3'700 Vertreter dieses Namens. Die S. übertreffen damit den Umfang aller übrigen Winterthurer und Zürcher Geschlechter. Es gab Jahre, in denen die S. einen Viertel aller in Winterthur eingetragenen Taufen ausmachten. Die politisch aktive und erfolgreiche Fam. vermochte zuweilen die Hälfte des Kl. Rats mit ihren Vertretern zu besetzen. Bis 1798 stellten sie in Winterthur vier Schultheissen, nämlich Hans (1518 und 1520), Heinrich (1682-86), Hans Georg (1739-46) und Johannes ( -> 15), sowie seit 1798 zwei Stadtpräsidenten, Johann Rudolf ( -> 24) und Johann Jakob ( -> 23). In den Zürcher Regierungsrat gelangten bisher sechs Vertreter des Geschlechts. Der Winterthurer Stadtpräs. Johann Jakob, Eduard ( -> 4) und Carl Jakob ( -> 1) sassen im National- oder im Ständerat. Johann Heinrich ( -> 19) wurde 1814 vom Kg. von Bayern in den erbl. Freiherrenstand erhoben und begründete so den Zweig der von S.-Wart. Johann Jakob ( -> 21) erstellte 1834 mit seinen Söhnen Johann Jakob ( -> 22) und Salomon ( -> 29) eine Giesserei, welche die Söhne ab 1836 unter dem Namen Gebr. Sulzer rasch zu einem grossen Unternehmen ausbauten. Während mehrerer Generationen arbeiteten zahlreiche Familienmitglieder für die Firma und machten den Namen S. weltbekannt. Zu Beginn des 21. Jh. war die Firma nach wie vor international erfolgreich. Als Künstler trat der Porträtist David ( -> 2) hervor.

<b>Sulzer</b><br>Plakat für Kreiselpumpen und Dieselmotoren der Firma Gebrüder Sulzer in Winterthur, um 1920 (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste).<BR/>Das Unternehmen eröffnete nach 1900 Verkaufsbüros in Kairo und Alexandria. Es erhielt von der ägyptischen Regierung einen grossen Auftrag für die zwischen 1915 und 1920 erfolgte maschinelle Einrichtung von Bewässerungsanlagen. Für ihre Werbung benutzte die Firma die Ikonografie der Heiligen Drei Könige, um die arabischen Kunden abzubilden, welche sich für ihre Produkte interessierten.<BR/>
Plakat für Kreiselpumpen und Dieselmotoren der Firma Gebrüder Sulzer in Winterthur, um 1920 (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste).
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Literatur
– A. Denzler, Die S. von Winterthur, 2 Bde., 1933

Autorin/Autor: Christian Baertschi