26/04/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken

Corcelles-près-Concise

Polit. Gem. VD, seit 1798 Bez. Grandson. Acker- und Weinbauerndorf, das sich vom Neuenburgersee bis zum Mont Aubert erstreckt. 885 Corceles, 888 Corcella. 1798 152 Einw.; 1850 229; 1888 295; 1900 279; 1950 220; 1970 201; 2000 278. Gruppe von vier Menhiren; drei stammen aus der Jungsteinzeit, der vierte wurde erst 1843 ergänzt. Am Seeufer finden sich an versch. Stellen Siedlungsspuren, in zwei Fällen aus der Jungsteinzeit, in einem Fall aus der späten Bronzezeit und solche eines bäuerl. Anwesens aus der frühen Eisenzeit. Entdeckt wurden auch frühma. Gräber. Die Herrschaft C. wurde 1376 von Hugues de Grandson gegründet und war dann nacheinander in der Hand versch. Fam. 1476 wurde sie der Gemeinen Vogtei Grandson angegliedert und war Teil des Meieramts Concise. 1710-66 gehörte sie den Python von Freiburg. Danach wurde sie von Pierre-Henri Meuron gekauft, der 1780 ein Schloss errichtete. Bis zum Ende des Ancien Régime hatte C. ein eigenes Hochgericht, was regelmässig zu Spannungen zwischen dem Herrschaftsinhaber und dem Landvogt führte. Die Gem. wurde von den Dorfgenossen verwaltet. C. gehört seit jeher zur Pfarrei bzw. Kirchgem. Concise. Man betrieb Weinbau und Alpwirtschaft. 1839 wurde das Gemeindehaus errichtet, 1973 eine Mehrzweckhalle. 1954 fand für den Bau von rund 40 Wochenendhäuschen eine Parzellierung der Uferzone statt. An die 1956 gebaute Kläranlage wurde beim Ausbau 1974 auch die Gem. Concise angeschlossen.


Literatur
– L. Junod, «Esquisse de l'histoire de la seigneurie de Corcelles près Concise (sic)», in RHV, 1959, 1-8
– «Chronique archéologique 1994», in RHV, 1995, 410 f.

Autorin/Autor: Philippe Heubi / MF