Forrer

Regimentsfähige Fam. der Stadt Winterthur, wohl um 1500 mit Conrad und seinem Sohn Kilian aus dem toggenburg. Lichtensteig eingewandert und 1513 eingebürgert (Wappenbrief von 1576). Kilian war schon 1533 im Kl. Rat. 1547 folgte sein Sohn Jörg, 1574-77 Schultheiss. Jörgs Bruder Kilian (1582, 1584, 1586) und Georg (1665-72) bekleideten ebenfalls dieses höchste Winterthurer Amt. In der 2. Hälfte des 18. Jh. waren die F., infolge des Konkurses von Hans Jacob (1739, Textilmanufaktur), im Kl. Rat nicht mehr vertreten. Die Nachkommenschaft des erstgenannten Kilian verteilte sich auf fünf Stämme, von denen 1777 bzw. 1778 zwei ausstarben. Eheverbindungen bestanden u.a. mit den Fam. Hegner, Liechti, Sulzer und Ziegler. Vom Ancien Régime bis weit ins 19. Jh. hinein finden sich F. in versch. (Kunst-)Handwerken, u.a. als Glasmaler, Goldschmiede und Zinngiesser. Vor 1798 studierten drei F. Theologie, so auch Konrad (um 1530-94), Dr. med. in Avignon 1555, der aus Konrad Gessners "Historia animalium" zwei Teile in dt. Sprache erscheinen liess und ein neues System der Pflanzeneinteilung vorlegte. 1562 wurde Konrad zweiter Stadtpfarrer in Winterthur, wo seine rationalist. und freidenker. Anschauungen auch Kritik hervorriefen. In Kunst und Wissenschaft ragten ferner hervor Karl Gustav (1852-1921) als Zeichner, die Dichterin Clara Holzmann-F. (1868-1950), Leonard ( -> 3), Robert ( -> 6), die Orientalisten Emil Orcitirix (1894-1986) und Heinrich Otto Ludwig (1897-1995).


Literatur
– J. Schmid-Forrer Die Fam. F. von Winterthur, 3 Tl., 1983-96
– J. Schmid-Forrer «Baumeister F.», in Winterthurer Jb. 1995, 1994, 83-100

Autorin/Autor: Alfred Häberle