Biedermann [Bidermann]

Regimentsfähige Winterthurer Kaufmannsfam., vermutlich um 1500 aus Konstanz eingewandert und 1525 mit Hans, wahrscheinlich Eisenhändler, bereits im Gr. Rat. Hans, vermutlich sein Enkel, 1577 Grossrat, dann Stadtrichter, gelangte 1587 in den Kl. Rat. Hans Jakob (1679-1759) war zwölfmal Amtsschultheiss, Elias 1771-82 Schultheiss und Heinrich (1653-1729) Stadtarzt. Heiratsbeziehungen zur städt. Oberschicht bestanden u.a. mit den Forrer, Hegner, Reinhart, Sulzer, Steiner und Ziegler. Der Kunst waren Johann Jakob ( -> 6) sowie die Sängerin Susanna Egli-B. (1783-1869) verpflichtet. Literarisch trat neben Carl ( -> 2) der Stadtbibliothekar Charles (1856-1901) hervor.

Einen angesehenen Namen schufen sich die B. durch ihren Baumwollhandel. Der 1720 nach Genf ausgewanderte Jakob gründete dort die Firma Jacques Bidermann und förderte zudem das Baumwollgewerbe in Winterthur. Hier führten sein Bruder Johann Jacob und dessen Sohn Andreas (1745-1829) die Handelsfirma Jacob & Andreas Bidermann & Cie. Andreas setzte sich z.Z. der Helvetik bei hohen franz. Staatsstellen für die wirtschaftl. Belange und die polit. Rechte Winterthurs ein; 1801 wurde er Vorsitzender der neu gegr. Kaufmänn. Gesellschaft. Seine Firma hatte sich zuvor mit namhaften Beträgen an den Firmen seines Bruders Jacques ( -> 4) beteiligt. 1856 wurde sie von seinem Enkel Jakob Andreas ( -> 5) übernommen und ausgebaut. 1893 erfolgte die Umwandlung in eine AG, die 1931 mit der Firma Streiff (Aathal) fusionierte. Jacques-Antoine (1790-1865), Sohn von Jacques, siedelte nach den USA über, wo er mit seinem späteren Schwiegervater Eleuthère Irénée Dupont de Nemours zusammenarbeitete. In Neu-Winterthur in New Castle (Delaware) erinnert das Museum Winterthur an ihn.


Archive
– Nachlässe in: StAZ, StadtB Winterthur
Literatur
Neues Winterthurer Tbl., 20.2.1954
– H.C. Peyer, Von Handel und Bank im alten Zürich, 1968, 182-189
American National Biography 2, 1999, 736 f.

Autorin/Autor: Alfred Häberle