• <b>Kambli</b><br>Werbeplakat von  Werner Belmont und Heinz Jost  für die Bretzeli aus dem Emmental, 1979 (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste).

Kambli [Kambly]

Zürcher Bürgergeschlecht. Erster in Zürich urkundlich nachweisbarer K. war der 1339 eingebürgerte Schuhmacher Albrecht. Gesicherter Stammvater ist Werner, Gerber von Oerlikon, 1407 Bürger von Zürich und 1418 Mitglied des Kl. Rats. Die K. waren bis zur Mitte des 17. Jh. eine politisch einflussreiche Handwerkerfamilie, die meistens der Gerberzunft angehörte: Sie ist 13-mal im Kl. Rat, ab 1489 23-mal im Gr. Rat nachweisbar und stellte 19 Ober- und Landvögte sowie mit Hans ( -> 2) einen Bürgermeister. 1634 kam Hans Conrad (gestorben 1652) als Letzter der Fam. in den Kl. Rat. In diesen Jahrhunderten verschwägerten sich die K. mit vielen Zürcher Spitzengeschlechtern. Im 20. Jh. waren Mitglieder der Fam. v.a. in kaufmänn. Berufen tätig. Mit Marx (1608-71, Landschreiber von Grüningen) spaltete sich im 17. Jh. der Grüninger Zweig ab, der heute noch in Gerlafingen, Zürich und Basel blüht.

Ein Zweig der Stadtzürcher Fam. K. wanderte aus Glaubensgründen (Täufer) zu Beginn des 19. Jh. ins Elsass aus. Ein Nachkomme, Johann genannt Jean (geboren 1846), wurde durch Heirat mit Anna Margaretha Stoller von Frutigen Besitzer einer Zündholzfabrik in Frutigen. Sein jüngster Sohn Oscar Robert (1887-1957) übernahm als Bäcker-Konditor 1909 eine Bäckerei in Trubschachen. Nach bescheidenem Anfang bedingte die erfolgreiche Herstellung von Emmentaler Bretzeln bald eine Vergrösserung des Betriebs. 1924 wurde eine Konfiserie-Abteilung angegliedert, 1953 die Einzelfirma in eine Familien-AG umgewandelt. Die Kambly SA (seit 1986 eine Holding) konzentriert sich seither auf edle Biskuit-Spezialitäten. Der Sohn des Firmengründers, Oscar Johann, wurde 1974 zu seinem 60. Geburtstag Ehrenbürger von Trubschachen. Seit 1983 führt der Enkel des Gründers, Oscar Alfred Kambly, das Unternehmen.

<b>Kambli</b><br>Werbeplakat von  Werner Belmont und Heinz Jost  für die Bretzeli aus dem Emmental, 1979 (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste).<BR/>
Werbeplakat von Werner Belmont und Heinz Jost für die Bretzeli aus dem Emmental, 1979 (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste).
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Literatur
– E. Frey-Kambli, Die Zürcher K., (Mikrofilm, StAZ)
Eine süsse Chronik 1910-1970, K. AG, 1970.

Autorin/Autor: Katja Hürlimann, Susan Röthlisberger