Grebel, von

Zürcher Junkergeschlecht, das 1301 erstmals urkundlich in Kaiserstuhl bezeugt ist. Der 1386 in Zürich eingebürgerte, wohlhabende Lütold von Kaiserstuhl lebte vermutlich bis 1406 in Kaiserstuhl (1406 Erneuerung des Zürcher Bürgerrechts). Sein Sohn Johann (gestorben 1445) erwarb den Grundbesitz der G. in Kloten und Rümlang, der während Jahrhunderten im Besitz der Fam. blieb. Johanns Söhne Hans (gestorben 1485) und Ulrich (gestorben 1495) begründeten die zwei Hauptlinien und führten die G. in den Rang der wichtigsten Zürcher Geschlechter. 1471 erhielten sie von Ks. Friedrich III. den Wappenbrief und trugen seither den Junkertitel. Die Linie von Hans spaltete sich in weitere Zweige auf. Zwei gehen auf die Chorherren Peter (gestorben 1534) und Heinrich (gestorben 1524) zurück. Heinrichs Sohn Heinrich zog 1525 nach Bern, während der Zweig von Peter im 17. Jh. erlosch. Christoph (gestorben 1525) zog nach der Beteiligung am Waldmann'schen Auflauf nach Baden, wo er Mitglied des Kl. Rats wurde. Aegidius, der Enkel von Christoph, wurde 1556 Bürger von Luzern. Georg (gestorben 1527), der älteste Sohn von Hans, erwarb 1485 von Junker Engelhard die Burg Maur (die Gerichtsherrschaft blieb bei den Aeppli). Dieser Zweig wurde fortan G. von Maur genannt. Die Fam. besass die Burg bis 1592, dann verkaufte sie Georg (1516-1607) an Felix Hottinger. Darüber hinaus hatte diese Linie die Häuser Zum grossen Erker, im 17. und 18. Jh. als G.-Turm bezeichnet, und Zur Sonne an der Schifflände inne. Sie war mit den bedeutendsten Zürcher Fam. und den Hegner von Winterthur verschwägert. Ulrichs Hauptlinie fiel während der Reformation in Ungnade: Jakob ( -> 4) wurde als Pensionsherr verurteilt (geköpft) und Konrad ( -> 5) als Wiedertäufer verhaftet. Diese Linie hat heute noch Nachkommen. Obwohl die G. v.a. im Staats- und Militärdienst tätig waren, so Conrad ( -> 1) und Hans Jörg ( -> 2), kam aus ihren Reihen nur ein Bürgermeister, nämlich Hans Konrad ( -> 3). Sie sassen 20-mal im Kl. Rat, stellten 22 Ober- und 15 Landvögte, gehörten zu den reichsten Zürcher Fam. und ältesten Schildnern zum Schneggen und waren Mitglieder der Zunft zur Meisen und der Konstaffel.


Literatur
– C. Keller-Escher, Die Fam. G., 1884
Schweiz. Geschlechterbuch 11, 82-89

Autorin/Autor: Katja Hürlimann