Saint-Barthélemy (VD)

Polit. Gem. VD, Bez. Gros-de-Vaud, an der Strasse Echallens-Cossonay gelegen, umfasst auch den Weiler Bretigny. 1265 capellam sancti Bartholomei. Früher Goumoens-le-Châtel (1097 castrum Gomoens, 1228 Gumuens li Chastez), 1803 S.-Bretigny, ein lange gebräuchl. Name. 1764 27 Hausväter, davon 17 kath.; 1803 197 Einw.; 1850 262; 1900 262; 1950 328; 2000 629. Die Herren von Goumoëns, 1097 Besitzer der Burg Goumoens in S. und Ministerialen der Gf. de Montfaucon, teilten die Lehensherrschaft Ende des 13. Jh. in Goumoens-le-Châtel und Château-Dessous. Beide Teile gelangten ab dem 15. Jh. in den Besitz versch. Familien, u.a. im 18. Jh. an die von Affry. 1476-1798 gehörte S. zur gemeinen Herrschaft Orbe und Echallens sowie 1798-2006 zum Bez. Echallens. Die Gemeindeversammlung verwaltete das Dorf. Es war Sitz eines Gerichtshofs, der als grundherrl. Lehengericht diente. Das ursprüngl. Schloss in Goumoens-le-Châtel wurde 1877 restauriert und ist seit 1946 im Besitz eines heilpädagog. Zentrums. Das Kloster Romainmôtier stiftete Mitte des 12. Jh. die Kapelle S., die 1228 zur Pfarreikirche erhoben wurde und dem Dorf seinen Namen gab. Im 15. Jh. kam S. zur Pfarrei Assens. Die Reformation blieb ohne grosse Wirkung. 1573 liess Bern auf eigene Kosten an Stelle der Kapelle eine Kirche bauen, die von beiden Konfessionen genutzt wurde. Die bereits eingeschränkten Rechte der Katholiken wurden um 1675 weiter beschnitten. 1801 bauten sie ihre eigene Kirche, die 1863 neu errichtet wurde. Die Reformierten gehörten bis 1640 zur Kirchgem. Assens, danach zu jener von Oulens und zwischenzeitlich 1846-63 zu Goumoens-la-Ville. 1956 wurde die Güterzusammenlegung abgeschlossen. In der Landwirtschaft herrschen Viehzucht sowie Ackerbau mit Getreide, Zuckerrüben und Raps vor.


Literatur
– F. de Gingins-la-Sarraz, Recherches historiques sur les acquisitions des sires de Montfaucon et de la maison de Chalons dans le Pays de Vaud, 1857
– E. Dupraz, «Conflit religieux au XVIIe siècle entre Berne et Fribourg au sujet de la chapelle de S.-Brétigny, district d'Echallens», in ZSK 3, 1909, 175-197
– G. Vaney et al., Le district d'Echallens, 1985
– G. Bossy, Le château de S., 1997

Autorin/Autor: Marianne Stubenvoll / ANS