• <b>Frédéric Haldimand</b><br>Porträt des Gouverneurs der Provinz Québec. Ölgemälde eines unbekannten Künstlers, um 1783 (Bibliothèque cantonale et universitaire Lausanne; Fotografie Claude Bornand).

No 1

Haldimand, Frédéric

geboren 11.8.1718 (François Louis Frédéric) Yverdon, gestorben 5.6.1791 Yverdon, ref., von Yverdon. Sohn des François Louis, Notars und Gerichtsherrn, und der Marie-Madeleine de Treytorrens. Neffe des François-Frédéric de Treytorrens. Ledig. 1740 trat H. in preuss., 1748 in holländ. Dienste ein (Schweizergarden, 1750 im Grad eines Oberstleutnants), wo er sich mit Henri Louis Bouquet befreundete. Beide traten 1756 ins königl. Amerika-Regiment der engl. Truppen ein. Im Siebenjährigen Krieg verteidigte H. 1759 Fort Oswego und nahm 1760 Montreal ein. 1762-64 war er Militärgouverneur von Trois-Rivières, 1765 Brigadegeneral, 1767-73 vertrat er Bouquet in Florida. Als der Unabhängigkeitskrieg ausbrach, war er in Boston und New York stationiert, erhielt aber wegen seiner ausländ. Herkunft keine Kommandogewalt. 1775-76 hielt er sich in London auf und begab sich 1777 nach Yverdon, wo er das Gut Champ-Pittet kaufte. Im gleichen Jahr wurde er zum Oberbefehlshaber und Gouverneur der Provinz Québec ernannt, wo er im Juni 1778 eintraf. Mit Erfolg hielt er Québec davon ab, dem Beispiel der 13 Kolonien zu folgen, und bewegte es dazu, sich gegen die amerikan. Truppen zu verteidigen. Er konnte die französischstämmigen Siedler davon überzeugen, dass ihre Interessen besser durch England als durch die Amerikaner gewahrt würden. Er nahm englandtreue Flüchtlinge auf und sicherte sich die Unterstützung der sechs Nationen der Irokesen. Bei den Friedensverhandlungen 1783 konnte er jedoch nicht verhindern, dass England die westl. Territorien an die Amerikaner abtrat, was sich für die indigene Bevölkerung als Nachteil erwies. 1784 hielt er sich im Rahmen eines Urlaubs in London auf. 1786 wurde er vom Gouverneursposten abberufen, eine weitere Ernennung blieb aus. Von nun an führte er ein mondänes Leben in London. Im Alter gelangte H., der lange in bescheidenen Verhältnissen gelebt hatte, zu Wohlstand. Neben dem Landsitz Champ-Pittet besass er in Yverdon ein herrschaftl. Stadthaus und hatte Besitzungen in Nordamerika und London (Villa in Mayfair). H. starb in Yverdon, wo er sich regelmässig aufgehalten hatte. 1785 Ritter des Bath-Ordens.

<b>Frédéric Haldimand</b><br>Porträt des Gouverneurs der Provinz Québec. Ölgemälde eines unbekannten Künstlers, um 1783 (Bibliothèque cantonale et universitaire Lausanne; Fotografie Claude Bornand).<BR/>
Porträt des Gouverneurs der Provinz Québec. Ölgemälde eines unbekannten Künstlers, um 1783 (Bibliothèque cantonale et universitaire Lausanne; Fotografie Claude Bornand).
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Literatur
Dictionnaire biographique du Canada 4, 859-861; 5, 977-995
– D. de Raemy et al., Histoire d'Yverdon 2, 2001, 179, 240; 3, 1999, 261

Autorin/Autor: Lucienne Hubler / MD