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Goumoens-la-Ville

Polit. Gem. VD, seit 1798 Bez. Echallens, im Gros-de-Vaud. 1228 Guimuens li vila. 1416 40 Herdstellen; 1764 64 Dorfgenossen; 1803 336 Einw.; 1850 443; 1900 449; 1920 392; 1950 384; 2000 611. G. war Teil der Herrschaft Goumoens, die im 13. Jh. aufgeteilt wurde, und bildete danach eine eigene Herrschaft. Die Adligen von G. standen für einen Teil ihres Besitzes in Abhängigkeit des Bf. von Lausanne. Das Domkapitel Lausanne besass einige Güter in G., darunter auch zwei Schlösser: das Châtel-Dessus der Herrschaft Goumoens-le-Jux (heute ein Gasthaus) und das Châtel-Dessous des Herren von G. (heute ein sozialmedizin. Zentrum). 1476-1798 war G. Teil der gemeinen Vogtei Orbe-Echallens. Ende des 18. Jh. kam es zwischen der von der Gemeindeversammlung verwalteten Gem. und der Herrschaft zu zahlreichen Konflikten. Es bestand ein Lehensgericht. Die Pfarrei umfasste im 12. Jh. Villars-le-Terroir, Echallens, Oulens-sous-Echallens und Penthéréaz, die gegen Ende des 12. Jh. abgetrennt wurden. Die Kirche des hl. Theodul gehörte von Mitte des 12. Jh. bis 1476 zur Abtei von Montbenoît (Diözese Besançon), bis 1536 zur Abtei des Lac de Joux. Die Einwohner akzeptierten die Reformation erst 1575 bei einer erneuten Abstimmung. Zur Kirchgemeinde gehörten Goumoens-le-Jux sowie Penthéréaz. 1888 war G. eine der ersten Gem. der Waadt mit einer Sekundarschule (höhere Primarschule). Im landwirtschaftlich geprägten G. (Getreidebau, Zuckerrüben, Raps und Viehzucht) wurde 1962-79 eine Zonenplanänderung durchgeführt.


Literatur
– A. Veillon, Les origines des classes primaires supérieures vaudoises, 1978
Le district d'Echallens, 1985

Autorin/Autor: Marianne Stubenvoll / SK