05/11/2004 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Etagnières

Polit. Gem. VD, seit 1798 Bez. Echallens, im Gros-de-Vaud gelegen. 1202 Etanneres. 1764 35 Haushaltungen, davon 11 kath.; 1798 259 Einw.; 1850 298; 1900 257; 1920 226; 1950 245; 2000 800. Schmieden aus der galloröm. Epoche, die wahrscheinlich zur villa Le Buy (Gem. Morrens) gehörten, röm. Friedhof mit Feuerbestattungen und Überreste des Friedhofes eines Siechenhauses auf der Maladaire. Als Lehen der Herrschaft Echallens, das den Montfaucon, Gf. von Montbéliard, gehörte, war E. 1403 im Besitz von Jean de Compey. 1475-1798 gehörte es zur Gemeinen Herrschaft Orbe-Echallens. 1518 verkaufte Gf. Jean von Greyerz Bern und Freiburg seine Rechte auf das Dorf. Im Ancien Régime wurde E. von den Dorfgenossen verwaltet. Spätestens ab dem 14. Jh. war das Dorf eine Filiale der Pfarrei Assens. 1404 ist eine dem hl. Laurent geweihte Kapelle belegt. E. trat der Reformation nicht bei. Nach 1640 bildete es eine konfessionell gemischte Gemeinde, deren Kirche, die einen barocken Altaraufsatz im Chor (1654) aufweist, beiden Konfessionen diente. 1668-69 wurden das Dorf und die Kirche durch einen Brand zerstört. Am 1874 eröffneten Teilstück der Bahnlinie Lausanne-Echallens-Bercher wurde ein Bahnhof gebaut. Wegen der Opposition der lokalen Bevölkerung verwarf das Waadtländer Stimmvolk 1966 einen Staatsbeitrag an den Bau einer geteerten Rollbahn, die den Flugplatz La Blécherette in Lausanne hätte ersetzen sollen; das Projekt wurde aufgegeben. Das ehemals landwirtschaftlich geprägte E. hat sich zu einer Wohngemeinde entwickelt.


Literatur
– M. Grandjean, Les temples vaudois, 1988, 308
– D. Décosterd, Région du Gros-de-Vaud, 3 Bde., 1990
– «Chronologie archéologique», in RHV, 2000, 121 f.

Autorin/Autor: Marianne Stubenvoll / MS