Essertines-sur-Yverdon

Polit. Gem. VD, seit 1803 Bez. Echallens, am rechten Ufer des Buron. Das Dorf und sein wichtigster Weiler, Epautheyres, liegen an der Strasse Lausanne-Yverdon-les-Bains; es umfasst ausserdem die Weiler Nonfoux und La Robellaz (im MA Villars Luezon). 1180 Essertines. 1764 354 Einw.; 1798 431; 1850 648; 1900 672; 1950 607; 1970 451; 2000 663. 1979 wurden beim Aushub für die Erdgasleitung von Orbe Spuren zweier frühgeschichtl. und zweier röm. Niederlassungen gefunden, ausserdem bei En Etannaz ein Friedhof aus dem HochMA. Das Dorf war eine der ältesten und wichtigsten Pfründen des Kapitels von Lausanne, das die Rechte der anderen Grundbesitzer in E., der Herren von Belmont und von Saint-Martin, aufgekauft hatte, jedoch nicht in den Besitz jener des Klosters Saint-Maire von Lausanne gelangt war. Nach der Reformation erhoben die Berner, an welche die kirchl. Güter fielen, E. zu einer Kastlanei und teilten sie der Vogtei Yverdon zu. Die Gem. wurde durch die Versammlung der Dorfgenossen verwaltet. Zur Zeit der Helvetik gehörte sie zum Bezirk Yverdon. Ab 1228 wird E. als Pfarrei erwähnt (Kirche Saint-André). Patronatsinhaber waren der Propst und das Kapitel von Lausanne. Ab 1536 war E. Filialkirche von Vuarrens; Epautheyres gehörte zur Pfarrei Gressy. Die neue Kirche wurde 1702 innerhalb der Mauern des alten Schlosses errichtet. Das Schulhaus, in dem sich auch der Gemeindesaal befindet, wurde 1869 erbaut. Der nahe bei Yverdon gelegene Weiler Epautheyres machte ab 1970 eine starke Entwicklung durch. Mit dem Bau von Einfamilienhausquartieren wurde er zum Wohngebiet, das durch einen Postautoanschluss mit der Stadt verbunden ist. Die übrigen Teile der Gem. haben ihren ländl. Charakter beibehalten.


Literatur
– L. Michaud, Yverdon à travers son passé, 1969
– M. Grandjean, Les temples vaudois, 1988, 136 f.

Autorin/Autor: Philippe Heubi / MS