Rüti bei Büren

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Büren, Verwaltungskreis Seeland. Dorf am rechten Aareufer und nordwestl. Rand des Bucheggbergplateaus. 1185 in litore Ruthi, 1257 Ruti prope Burron. 1764 349 Einw.; 1850 641; 1900 636; 1950 810; 2000 898. Auf eine frühe Besiedlung verweisen neolith. Funde, der hallstätt. Grabhügel im Rütiwald, die Reste eines röm. Gutshofs (Buchsi) und röm. Mauerwerk unter der Kirche. Über das Gemeindegebiet führte die röm. Hauptstrasse durch das Mittelland. Die Teufelsburg im Rütiwald - eine imposante früh- und hochma. Anlage mit Ringwall und vier Aussenwällen - war vielleicht der frühere Sitz der Gf. von Buchegg. R. gehörte zur Herrschaft Strassberg(-Büren) und kam mit ihr 1388 an die Stadt Bern, die es der 1393 geschaffenen Vogtei Büren zuteilte. In der 1251 erstmals bezeugten ehem. Mauritiuskirche (rom. Saal, in frühgot. Zeit mit Chor versehen, 1689 vergrössert) wurden 1911 bedeutende Wandmalereien (um 1450) freigelegt. Die Bahnlinie Solothurn-Lyss (Bahnhof R. 1912) trug wenig zur Dorfentwicklung bei. Bis um 1960 blieb R. bäuerlich mit etwas Kleingewerbe (u.a. Holzwarenfabrik). Nach 1960 siedelte sich Industrie an (Chemiefabrik, Uhrenfabrik mit 300 Arbeitern). Mit der Krise in der Uhrenindustrie gingen die Arbeitsplätze um 1980 verloren. 2000 arbeiteten über 70% der Erwerbstätigen auswärts, v.a. in Büren, Grenchen, Biel, Bern und Solothurn.


Literatur
– M. Buri, R., 1985
– I. Meili-Rigert, Bauinventar der Gem. R., 2004

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler